Freitag, 4. Juni 2010

Insolvenzticker: SV Waldhof Mannheim

Neben Rot-Weiss Essen und dem Bonner SC zittert heute auch Ex-Bundesligist SV Waldhof Mannheim um seine Regionalligalizenz.
Ungleich der Situation in Bonn und vor allem in Essen steht es um den Waldhof allerdings deutlich besser und im Carl-Benz-Stadion geht man davon aus, die Auflagen zu erfüllen.
Über die Hintergründe der erneuten Finanzmisere beim seit Jahren angeschlagenen Klub berichtete der "Mannheimer Morgen" in seiner Ausgabe vom 31. Mai 2010 unter dem Stichwort "Finanzen": "Hier hinkt man am Alsenweg den eigenen Ansprüchen hinterher. Ein offizieller Trikotsponsor wurde im Winter erst nach einer Schnäppchen-Aktion ausgelost. Zahlreiche Mitglieder des Business-Clubs sind ihre Zahlungen bisher schuldig. Von rund 250 000 Euro ist die Rede. Die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen frühere Präsidiumsmitglieder schweben wie ein Damokles-Schwert über dem SVW. Dass der Verein seit fast 18 Monaten ohne echte Führung ist, macht die Suche nach neuen Geldgebern nicht leichter. Bis kommenden Freitag muss in Sachen Lizenz 2010/11 noch hart gearbeitet werden. Schon jetzt ist klar, dass der Etat weiter abgespeckt werden muss."
Sollten alle drei Weststaffel-Vereine keine Lizenz erhalten, würden die drei sportlichen Regionalligaabsteiger Borussia Mönhengladbach II, Wormatia Worms und Entracht Trier nachücken und viertklassig bleiben. Aus Worms gibt es allerdings Signale, darauf zu verzichten und statt dessen in der Oberliga Südwest weiterzuspielen.

Mittwoch, 2. Juni 2010

Insolvenzticker: Preußen Hameln

Auch der niedersächsische Ex-Drittligist Preußen Hameln befindet sich seit gestern in einem Insolvenzverfahren. Der 2009/10 in der Oberliga Niedersachsen-West knapp die Relegationsspiele zur ab 2010/11 eingleisigen Oberliga Niedersachsen verpassende Verein ist seit mehreren Wochen mit der Zahlung von Aufwandsentschädigungen rückständig.
Am gestrigen Mittwoch entschloss sich die Klubführung um Roman von Alvensleben zum Gang zum Amtsgericht. In seiner heutigen Ausgabe zitiert das Regionalblatt "DeWeZet" Amtsgerichtsprecher Sachbearbeiters Michael Schütte mit den Worten: „Wir müssen erst einmal das Gespräch mit dem Vereinsvorstand und die ersten Rückmeldungen der beteiligten Kreditinstitute abwarten. Dann wissen wir mehr.“ Weiter heißt es in dem Blatt: "Wie ernst die Lage bei Preußen ist, lässt sich laut Schütte momentan schwer beurteilen: 'Wir haben noch keine neuen Erkenntnisse.' Zurzeit gebe es noch keinen Überblick über die Höhe der Schulden. Dementsprechend könne man auch noch nicht sagen, ob es gelingen wird, den Verein zu sanieren. Nach dem Gespräch mit dem Vereinsvorstand, das voraussichtlich am Freitag sein wird, soll im Laufe der nächsten Woche der Kontakt zu Kreditinstituten und weiteren Beteiligten aufgenommen werden."

http://www.dewezet.de/portal/sport/lokaler-sport_Suenden-der-Vergangenheit-holen-Preussen-Hameln-ein-_arid,244357.html

Insolvenzticker: Bonner SC

Obwohl sportlich gerettet, wird West-Regionalligist Bonner SC 2010/11 aller Voraussicht nach nicht mehr in der Regionalliga auflaufen. „Wenn wir heute die Unterlagen nach Frankfurt schicken müssten, dann würden wir keine Lizenz erhalten“, wird BSC-Vizepräsident Bernd Lehmann, der nach dem Rücktritt von Präsident Kollmann die Amtsgeschäfte übernommen hat, zitiert.
Bis Freitag 15.30 Uhr müssen die Unterlagen beim DFB in Frankfurt vorliegen. Nachdem BSC-Mäzen John Viol seinen Zuschuss von bislang 600.000 Euro auf 300.000 Euro halbiert hat, fehlen dem BSC 300.000 Euro. „Es sieht ganz schlecht aus“, glaubt Lehmann nicht, dass das Geld bis Freitag aufgetrieben werden kann. Mäzen Viol musste im Sommer 2009 mit seinem Unternehmen "Multistone AG" Insolvenz anmelden.
Neben dem finanziellen Problem hat der BSC auf infrastrukturelle Sorgen. So verlangt der Verband den Einbau von mindestens 1.000 Einzelsitzen auf der Tribüne, eine neue Flutlichtanlage sowie die Gewährleistung dass sich Gäste- und Heimfans im Sportpark Nord künftig nicht mehr vermischen können.
Insgesamt umfasst die Mängelliste 24 Punkte, und dem BSC droht bei Nichterfüllen eine Stadionsperre von bis zu 2 Monaten, die Aberkennung von Punkten sowie der Entzug der Regionalliga-Lizenz. Die Frist zur Abstellung der Mängel läuft am 5. Juni 2010 ab.
Für den wahrscheinlichen Fall des Ausscheidens aus der Regionalliga hofft der BSC, in der NRW-Liga weiterspielen zu können.

Insolvenzticker: Rot-Weiss Essen

Für Rot-Weiss Essen sieht es zappenduster aus. Der DFB hat die Bürgschaft in Höhe von 2,7 Millionen Euro nicht akzeptiert. RWE bleibt nun noch bis Freitag, um 2,4 Millionen Euro aufzubringen, damit der Klub in der 4. Liga bleiben kann.
„Der DFB hat unsere Bürgschaft in Höhe von 2,7 Millionen Euro nicht akzeptiert. Wir haben sofort eine einstweilige Verfügung beim Frankfurter Landgericht gegen diese Entscheidung eingereicht“, bestätigt Vorstandsmitglied Thomas Hermes gegenüber "Reviersport". „Ohne die Hilfe der Stadt oder der Sponsoren werden wir keine Lizenz erhalten. Unsere letzte Hoffnung ist, dass sich im Laufe des heutigen Abends noch ein Gönner findet."
Nach Angaben von "Reviersport" wurde die angesprochene einstweilige Verfügung ebenfalls vom DFB abgelehnt. (http://www.reviersport.de/119467---rwe-dfb-akzeptiert-buergschaft-update.html)
Bereits seit Montag fordert der Verein auf seiner Homepage alle Anhänger um Unterstützung auf.
"Nun sind alle Rot-Weißen gefragt. Auch RWE-Idol Willi „Ente“ Lippens hat in einem Gespräch mit der Vereinsführung zugesagt, den Verein ab sofort zu unterstützen und seine Kompetenzen einzubringen. Lippens: „Das Aus für RWE wäre schlimm für die Fans und die Stadt.“ Bislang gingen etwa 20.000 Euro ein.
Das Spendenkonto bei der Sparkasse Essen: BLZ 360 50105, Konto-Nr.: 253039. Inhaber: Dr. Thomas Hermes. Verwendungszweck: Nur der RWE.

Dienstag, 1. Juni 2010

Insolvenzticker: SSV Reutlingen 05

Nachdem das Insolvenzgericht Tübingen am heutigen Dienstag das Insolvenzverfahren über das Vermögen des SSV Reutlingen 05 eröffnet hat, kann der Klub wie geplant 2010/11 in der Oberliga Baden-Württemberg antreten.
„Dies ist ein nächster wichtiger Schritt zur geplanten Neuausrichtung des Vereins.“, wird Insolvenzverwalter Dr. Axel Kulas auf der Vereinshomepage zitiert. Die Gläubigerversammlung ist für den 21. Juli 2010 geplant.

Insolvenzticker: Crystal Palace II

Crystal Palace ist gerettet!
In buchstäblich letzter Minute wurde Einigkeit erzielt, dass die von Palace-Fans angeführte Gruppe regionaler Geschäftsleute mit dem Namen "CPFC 2010" sowohl den Klub als auch das Stadion Selhurst Park erwerben wird. Damit sind die Voraussetzungen für ein Überleben des Vereins gegeben.
Crystal Palace wird demnach in der Saison 2010/11 in der Championship (2. Liga) antreten.

Insolvenzticker Crystal Palace

Der insolvente englische Zweitligist Crystal Palace ist akut vom Aus bedroht. Wenn bis heute um 15 Uhr Ortszeit kein neuer Käufer für den Verein gefunden werden, droht dem Klub die Auflösung.
Eine "CPFC 2010" genannte Gruppe lokaler Geschäftsleute um die Palace-Anhänger Steve Parish und Martin Long steht bereits seit März bereit, den im Januar 2010 vom Hedge Fund "Agilo" ins Insolvenzverfahren geschickten Klub zu übernehmen.
Die Übernahme ist bislang jedoch nicht zustande gekommen, weil CPFC 2010 den Verein nur dann übernehmen will, wenn auch die Zukunft des Stadion Selhurst Park gesichert ist. Das Palace-Stadion befindet sich im Besitz der Bank of Scotland, die es gleichfalls verkaufen will. Potenzieller Käufer ist ebenfalls das CPFC 2010-Konsortium, das sich auch bereits mit der Bank of Scotland geeinigt hatte, nach dem daraufhin vorgelegten Vertrag seitens der Bank aber einen Rückzieher machte und das Verhalten der Bank of Scotland auf der Palace-Homepage als "unakzeptabel" bezeichnete.
Hintergrund ist die Frage eines möglichen Verkaufs des Geländes an potenzielle Investor. Die Bank of Scotland ist zwar bereit, das Gelände zu einem geringeren Preis als den aktuellen Grundstückspreisen abzugeben, will aber von einem eventuellen Verkauf bzw. Profit des Geländes in der Zukunft profitieren. CPFC 2010 gibt an, ein solcher Passus wäre vereinbart, die Bank wolle aber auch an einem möglichen Profit teilhaben, der durch sportliche Erfolge oder durch bauliche Erweiterung des Stadions erzielt würden.
"Jeder weiß, dass der Selhurst Park ein elementarer Bestandteil der langfristigen Zukunft des Klubs ist, und CPFC 2010 wird den Klub nicht ohne das Stadion übernmehmen", heißt es in einem Statement des CPFC 2010.
Palace-Insolvenzverwalter Brendan Guilfoyle kündigte daraufhin an, dass er im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen Spieler verkaufen werde und das Auflösungsverfahren zu starten, sollte sich kein Käufer für den Klub finden.
Crystal Palace entging in der abgelaufenen Saison am letzten Spieltag durch ein 2:2 im Kellerduell bei Sheffield Wednesday mit letzter Kraft dem Abstieg aus der 2. Liga.