Dienstag, 7. Februar 2012

Insolvenzticker: Eintracht Nordhorn

Nach Kickers Emden steht nun auch Eintracht Nordhorn vorzeitig als Absteiger aus der Oberliga Niedersachsen fest. Nachdem das Insolvenzverfahren über die Weinroten aus der Grafschaft Bentheim eröffnet wurde, ist die Oberligaelf in der Tabelle auf "0" gestellt und ziert gemeinsam mit Kickers Emden das Tabellenende.

Die Eintracht darf allerdings in der laufenden Saison nur dreimal nicht antreten, will sie ihren angedachten Neustart in der Landesliga zur Saison 2012/13 nicht gefährden. Für die Gegner der Nordhorner - wie die Emdens - sind die Spiele mit der Eintracht bzw. den Kickers hingegen Pflichtfreundschaftsspiele, für die es keine Punkte zu gewinnen gibt.

Nachdem Nordhorns Oberligamannschaft auseinandergebrochen ist, will der Klub mit einer verstärkten zweiten Mannschaft in die Rückrunde gehen. Eintrachts "Zwote" hat in der laufenden Kreisligasaison aus 17 Spielen bislang sechs Punkte errungen.

Nach erster Sichtung durch Insolvenzverwalter Ulrich Zerrath beläuft sich der Schuldenstand auf 250.000 Euro (bei Emden sind es drei Mio.!). Der Prüfungstermin zur Insolvenz ist auf den 28. März datiert. Insolvenzverwalter Zerrath hat sich für das eher seltene, weil aufwändige Insolvenzplanverfahren entschieden.

Die "Grafschafter Nachrichten" werfen bereits einen Blick in die nähere Zukunft des Traditionsklubs:

Ab dem Sommer dieses Jahres soll Ex-Eintracht-Torhüter und A-Lizenz-Inhaber Ralf Cordes den Trainerposten der ersten Mannschaft übernehmen. „Damit haben wir einen guten Griff getan“, meint Treiber, der sich viel davon verspricht, dass Cordes die erste Mannschaft mit der Reserve und dem Jugendbereich künftig enger verzahnen will. Der künftige Trainer bekräftigt, dass es dem Verein gelingen werde, die Saison in der Oberliga zu Ende zu spielen. Und im Hinblick auf die Planungen für die neue Spielzeit sagt der jetzige A-Jugendcoach, der zurzeit auch die SG Gronau trainiert: „Ich bin voll dabei.“ Mit den Westfalen konnte sich der 40-Jährige darauf verständigen, dass er nicht an seine mündliche Zusage für die Saison 2012/2013 gebunden ist und von einer Ausstiegsklausel Gebrauch machen kann. Er formuliert für die Zukunft zwei wichtige Ziele: Der Verein muss zur Ruhe kommen und darf keine wirtschaftlichen Risiken mehr eingehen

Aus der Landesliga Weser-Ems regt sich unterdessen Protest gegen die Regelung, dass die Zahl der Landesligaabsteiger durch die beiden Insolvenzen (sowohl Emden als auch Nordhorn kommen 2012/13 in die Weser-Ems-Staffel) erhöht wird. Die "Emder Zeitung" berichtet: "Denn die dortigen Vereine wollen gegen eine drohende Erhöhung der Absteiger aus der Landesliga protestieren - und geben die Schuld an möglichen Nachteilen für die jetzigen Landesligisten ausschließlich den beiden Vereinen aus Emden und Nordhorn, die mit ihren Insolvenzanträgen für Verwerfungen gesorgt hatten. Das wird aus einem Schreiben deutlich, in dem der Vorsitzende des SV Großefehn, Karl Reuter, die Vorstände aller Weser Ems-Landesligisten zur Unterstützung bei der Ablehnung einer höheren Absteigerzahl wegen der Zwangsabsteiger aus der Oberliga aufruft."

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