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Sonntag, 6. April 2014

Alle Tassen im Schrank? Lüneburger SK


Vor zwei Wochen flossen in Lüneburg Tränen, schwelgte ein ganzes Stadion ergriffen zu den Tönen von „You’ll never walk alone“. Das Stadion Wilschenbruch, eine der traditionsreichsten und ältesten Fußballarenen in Norddeutschland, hatte sein letztes Pflichtspiel erlebt. Demnächst sollen Villen dort stehen, wo der Lüneburger SK seit 1905 um Punkte gekickt hatte. Ein immenser Verlust nicht nur für Lüneburg, sondern für den gesamten Sport in Norddeutschland. Um zumindest die historische Holztribüne zu retten, gibt es inzwischen eine Online-Petition, die den Abriss des aus dem Jahr 1921 stammenden Gebäudes verhindern soll. Näheres hier: https://www.openpetition.de/petition/online/denkmalschutz-fuer-deutschlands-aelteste-holztribuene-vom-lueneburger-sk-vom-abriss-bedroht

Mit Göttingen 05 bin ich 1981 erstmals nach Lüneburg gefahren und habe die herrliche Fußballstätte bewundert. Aber Lüneburg war nicht nur ein architektonisches Schmankerl, im Wilschenbruch fand sich auch ein engagiertes und leidenschaftliches Publikum ein. So waren die Spiele zwischen dem LSK und meinen 05ern irgendwie immer „heiß“, freuten wir 05er uns auf die dortigen Gastspiele, zumal wir – zumindest in meiner Erinnerung – häufig als Sieger heimfuhren.

Ausgerechnet Göttingen 05 heißt der Gegner des Lüneburger SK nun am heutigen Nachmittag, wenn erstmals im Ausweichquartier Bardowick um Oberligapunkte gestritten wird. Bis zum Bau eines neuen Stadions auf einem ehemaligen Kasernengelände wird der LSK in Bardowick spielen, wo dem Vernehmen nach auch die Möglichkeit besteht, im Falle des Aufstiegs in die Regionalliga die Regularien zu erfüllen.

Der LSK hat wahrlich Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um die schwierige Herausforderung des Verlustes einer emotionalen Heimat zu bestehen. Es gab virtuelle Umzugskartons zu erstehen, man hat so viel wie möglich hinübergerettet nach Bardowick und auch der „Geist von Wilschenbruch“ soll möglichst erhalten werden. Es wäre dem Klub und seinen Anhängern zu gönnen, denn das letzte Jahrzehnt war turbulent für Lüneburgs Fußball-Aushängeschild. 2000 qualifizierte sich der LSK mit einem 1:1 bzw. 2:0 gegen Kickers Emden für die Regionalliga Nord und stand plötzlich Gegnern wie Fortuna Düsseldorf, 1. FC Union Berlin und Erzgebirge Aue gegenüber. Festtage für die schöne Heidestadt vor den Toren Hamburgs – allerdings mit Spätfolgen, denn die finanzielle Herausforderung erwies sich als fatal. Im Sommer 2001 stand der LSK vor dem Insolvenzrichter, waren von den Hoffnungen, einen dritten Profiklub im Großraum Hamburg zu etablieren, nur noch Scherben geblieben.

Dass im weiteren Verlauf das Stadion Wilschenbruch verkauft wurde, erwies sich nun als weitere bittere Spätfolge, und auch der Klub ist nicht mehr derselbe wie 2000/01. 2004 aus der Oberliga Niedersachsen/Bremen abgestiegen, bündelte man 2008 die Kräfte mit dem Lokalrivalen Lüneburger SV, der Wurzeln im Arbeitersport aufweist, und unternahm als FC Hansa Lüneburg einen Neustart. Der Name sollte an Lüneburgs Hansestadttradition anknüpfen, erfuhr aber bei einer Umfrage der lokalen Tageszeitung eine vernichtende Abfuhr durch die Fans. Auch sportlich missglückte der Neustart, denn die Rückkehr in die Oberliga wurde verfehlt. Seit 2010/11 ist der Klub nun in der Oberliga Niedersachsen dabei und trägt seit 2011 den Namen Lüneburger SK Hansa, der von den alten LSK-Anhängern „natürlich“ in „LSK“ abgekürzt wird. Sportlich läuft es gegenwärtig prächtig, haben die Schwarz-Weißen alle Chancen, den Aufstieg in die Regionalliga Nord zu schaffen. Wer ein bisschen mehr über die vor allem in der letzten Dekade nicht nur turbulente sondern vor allem extrem verwickelte Klubgeschichte erfahren möchte, wird übrigens auf der ausgezeichneten Vereinswebsite fündig: http://www.lsk-hansa.de/110-jahre-luneburger-sk-das-jahr-2011/

Ich drücke dem LSK jedenfalls beide Daumen, dass der Umzug und das Gastspiel in Bardowick gelingen möge - allerdings noch nicht heute, sondern erst ab dem nächsten Heimspiel, okay? 


"Alle Tassen im Schrank" bzw. die "Tassen-Like-Liga powered by Hardy Grüne" ist eine Serie auf meiner Facebook-Seite www.facebook.com/hardygruene

 


Montag, 8. November 2010

Lüneburg: Der Name "LSK" kehrt zurück


In Lüneburg besinnt man sich auf seine große Fußballtradition und kehrt zum Namen "LSK" zurück. Ab dem 1. Juli 2011 soll der FC Hansa Lüneburg den Namen Lüneburger SK Hansa tragen.
Der FC Hansa war 2008 durch den Zusammenschluss der Fußballabteilungen des seit 2001 insolventen Lüneburger SK sowie des Lüneburger SV entstanden. Der Name sollte an die Hansestadttradition Lüneburgs erinnern. Die Rot-Blauen spielen gegenwärtig in der Oberliga Niedersachsen.
Gerald Kayser, der auf Vereinsversammlung des FC Hansa im Oktober 2010 den entsprechenden Antrag stellte, begründete sein Vorgehen mit den Worten: "Ich bin Lüneburger und LSKner. LSKner ist man nicht auf Zeit, sondern auf Lebenszeit." Der Name LSK lasse sich besser vermarkten und sei bundesweit bekannt, erklärte Kayser und wurde darin vom Vorstand des FC Hansa unterstützt: "Wir haben 2008 einen Fehler gemacht. Wir haben der Stadt drei Buchstaben geklaut."
Lediglich vier der vierzig stimmberechtigen Mitglieder sprachen sich gegen die Umbenennung aus. Darunter war mit Ralf Pagels der Vorsitzende des LSV, der argumentierte: "Der FC Hansa ist eine Neugründung und keine Fortsetzung des LSK. Und ich erinnere daran, dass der LSK eine veritable Pleite hingelegt hat."
Insgesamt gilt die 2008 unter erheblichem Zeitdruck durchgeführte Fusion in Lüneburg als nicht sonderlich gelungen. Wenngleich sich der FC Hansa stabilisiert hat, ist der Zuschauerzuspruch in der traditionellen Fußballhochburg Lüneburg nicht ausreichend. Zudem steht der FC Hansa vor dem Umzug, da das traditionsreiche Stadion Wilschenbruch demnächst geräumt werden muss, um Neubauwohnungen Platz zu machen.