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Montag, 14. April 2014

Buchbesprechung von "Wenn Spieltag ist"

Ich mag Rezensionen, bei denen man als Autor das Gefühl hat, der Rezensent bzw. die Rezensentin (in diesem Falle) hat sich das Buch wirklich angeschaut und nicht nur einfach den Pressetext des Verlages etwas umgeschrieben.

Nur diese Rezensionen sind wirklich wertvoll, auch für uns Autoren.

Und wenn dann noch so schöne Worte dabei herauskommen, wie sie die Wortpiratin gefunden hat, kommt zur Freude auch noch stolz. Danke!

Was am Ansatz des Autors besonders angenehm ist – er betrachtet die Szene gleichermaßen als Aktiver und aus der Distanz. Fan ganz allgemein und auch speziell im Fußball, das ist er vor Jahrzehnten geworden, aber er setzt sich mit der Kultur und Entwicklungsgeschichte eben auch als Journalist und Historiker auseinander. Es ist genau dieser Spagat, der das Buch besonders macht, weil da einer schreibt, der sich ehrlich bemüht, beide Perspektiven auf Fans und Szene zu schildern, sie einander und jedem Leser, der sich weder zu der einen noch der anderen Seite zählt, nahe zu bringen. Das ist keine leichte Aufgabe doch zumeist gelingt der von ihm selbst benannte Spagat.

Die komplette Rezension gibt es hier: http://www.wortpiratin.de/blog/?paged=3

Donnerstag, 10. April 2014

Alle Tassen im Schrank? VfL Wolfsburg


 
„Meine Heimat, meine Liebe, mein Verein, mein Becher“ heißt es auf diesem Kaffeepott des VfL Wolfsburg, bei dem ich heute Abend zu Gast bin. Ab 19 Uhr zeige ich im Fanhaus an der Volkswagen-Arena Bilder aus über 100 Jahren Fankultur in Deutschland und erzähle ein bisschen über Wechsel und Wandel im hiesigen Fandasein. Näheres hier: https://www.vfl-wolfsburg.de/info/aktuelles/detailseite/artikel/lesung-im-fanhaus.html

Ausgerechnet Wolfsburg mag der eine oder andere nun stöhnen, denn als Fanhochburg mag Wolfsburg nicht den allerbesten Ruf genießen. Ob das gerecht ist, mögen andere beurteilen, ich jedenfalls finde die Entwicklung der Wolfsburger Fankultur beachtenswert und habe großen Respekt davor. Einen Verein wie den VfL Wolfsburg zu unterstützen ist sicherlich eine ganz andere Erfahrung als die, die man als Anhänger eines dieser beliebten und so genannten Traditionsvereine macht. Und doch ist es gelungen, eine eigene Identität zu bilden und sich damit landesweit Respekt zu verschaffen. Insofern freue ich mich auf ein hoffentlich zahlreiches Publikum nachher!

Die Reise nach Wolfsburg birgt für mich natürlich auch eine Menge Erinnerungen. Früher bin ich da mindestens einmal im Jahr in Sachen Fußball hingefahren. Der VfL Wolfsburg und Göttingen 05 verbrachten Jahrzehnte Seite an Seite in Regionalliga, Oberliga Nord, 2. Bundesliga-Nord oder Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. Und häufig waren es meine Schwarz-Gelben, die gerade im entscheidenden Moment topfit waren und beide Zähler vom Elsterweg entführten.

Fankultur gab es in den 1970er und 1980er in der Tat nur bedingt beim VfL Wolfsburg. Und auch Zuschauer waren – zumindest bei gewöhnlichen Ligaspielen – nicht allzu reichlich. Insofern hatten wir mehr als einmal gefühlte Heimspiele, wobei das in jenen Jahren immer auch bedeutete, dass es hier und da zu kleineren Rangeleien kam.

Als Fußballstadt war Wolfsburg damals also wirklich nicht allzu spannend, und irgendwie taten mir die paar VfL-Fans immer etwas leid. In einer Stadt wie Wolfsburg zu leben, das VW-Werk im Rücken zu haben und dann doch nur vor überschaubaren Kulissen und in einem Stadion mit recht wenig Atmosphäre zu spielen fand ich traurig. Dabei hat Wolfsburg durchaus seine Szenen gehabt in der Vergangenheit! In den 1950ern kickte man in der alten Oberliga Nord und begrüßte bisweilen sogar fünfstellige Kulissen. Der VfL fungierte damals als Identifikationsobjekt in einer Stadt, in der die meisten „Fremde“ waren und eine neue Heimat suchten. Der VfL, der Fußball, bot dieses „Zugehörigkeitsgefühl“. In den späten 1960ern hatte man dann eine starke Mannschaft mit dem unvergessenen „Wanze“ Kemmer, doch der Aufstieg in die Bundesliga blieb ein Traum, und schon bald herrschte wieder Alltag in Wolfsburg.

Noch Mitte der 1980er Jahre verloren sich häufig nur wenige hundert Fans am Elsterweg, wenn der VfL aufspielte. Dann kam Peter Pander, freigestellt vom VW-Werk und ausgestattet mit dem Auftrag, bei den VfL-Fußballern professionelle Bedingungen zu schaffen und den Klub in die Bundesliga zu führen. 1990/91 waren 05 und der VfL noch gemeinsam in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga, ehe sich die Wege der beiden Vereine im Sommer 1992 mit dem Aufstieg des VfL trennten – mit hoher Wahrscheinlichkeit für immer.
 
Und hier noch der Hinweis auf den heutigen Abend im Fanhaus:
 

Montag, 4. November 2013

Neuerscheinung "Wenn Spieltag ist. Fußballfans in der Bundesliga"


"Wenn Spieltag ist. Fußallfans in der Bundesliga" war ganz bestimmt eines der spannendsten Buchprojekte, an denen ich bislang beteilgt war. Über die Entwicklung in 50 Jahren Fankultur in der Bundesliga zu forschen, zu schreiben und Bilder zu sondieren - das war irgendwie auch eine Reise durch meine eigene Geschichte.

Nun ist das Buch da, und ich sehr gespannt, ob auch Ihr "eure" Geschichte darin wiederfindet.

Eine Besprechung erspar ich mir aus offenkundigen Gründen und bringe an dieser Stelle lieber den Begleittext des Verlages, der hoffentlich einen Eindruck vermittelt. Zudem ein Link zum "Blick ins Buch" http://www.werkstatt-verlag.de/?q=node/567.

Hardy Grüne (Hrsg.)
Wenn Spieltag ist

Fußballfans in der Bundesliga


Alle sind sie abgefeiert worden, im Jubiläumsjahr der Fußball-Bundesliga: die Spieler, die Vereine, die Trainer, die verrücktesten Spiele, die tollsten Tore. Nur eine Gruppe wurde kaum gewürdigt, dabei sähe es in den Stadien der Fußball-Bundesliga ohne sie doch ungleich trister aus: die Fans.

Hardy Grüne und sein Autorenteam haben das mit „Wenn Spieltag ist. Fußballfans in der Bundesliga“ nun geändert und eine längst überfällige Hommage an die nach den Spielern wohl wichtigsten Protagonisten im Bundesligafußball vorgelegt.

Wie es sich für ein Buch über bunte und vielfältige Fankultur gehört, kommt es mit ausdrucksstarken Bildern daher, die von fachkundigen Texten begleitet werden. Die Autoren – allesamt selbst praktizierende Fußballfans und zugleich Journalisten – rücken dem Fanwesen dabei von innen auf den Pelz. Es geht u.a. um die überragende Bedeutung der Klubfarben, die Frage, warum man eigentlich zu Auswärtsspielen mitfährt und die Rolle von weiblichen Fans in 50 Jahren Bundesliga.

Aber auch die dunklen Seiten der Fankultur werden beleuchtet. Als da wären: Gewalt und Neonazis, die unterschiedlichen Positionen in der Pyrotechnikfrage, die Veränderungen im Zuge der Kommerzialisierung der Bundesliga sowie die kontrovers diskutierte Rolle der Ultras in den Stadien.

Beeindruckend sind die etwa 400 Bilder, die eine tolle Zeitreise durch 50 Jahre Fankultur in der Bundesliga erlauben. Sie zeigen, wie sich das Fanwesen ständig veränderte. Angefangen bei jenen Tagen, in denen Fans in den Kurven noch sittsam Sakko und Krawatte trugen, über die berühmten Kutten der 1980er Jahre bis hin zu den stylischen Ultras, die heute die Fantribünen dominieren, dokumentieren die weitestgehend unveröffentlichten Fotos diesen sich stetig wandelnden Zeitgeist und schenken wehmütige Reminiszenzen, aber auch lustige Momente.

Ein opulentes Bilder-Lesebuch über die wunderbar bunte und so vielschichtige Welt der Fußballfans. Unbedingt notwendig, unbedingt empfehlenswert.

Hardy Grüne (Hrsg.)
Wenn Spieltag ist
Fußballfans in der Bundesliga
256 Seiten, A4, Hardcover, ca. 400 Fotos
ISBN: 978-3-7307-0039-6
Preis: 29,90 Euro
Erschienen im Verlag Die Werkstatt

Mittwoch, 9. Oktober 2013

"Wenn Spieltag ist" kommt leider etwas später

Eigentlich sollte mein Buch "Wenn Spieltag ist. Fußballfans in der Bundesliga" (http://www.werkstatt-verlag.de/?q=node%2F567) ja diese Woche aus der Druckerei kommen.

Wäre es auch fast - hätte es da nicht ganz am Ende des Herstellungsprozesses ein äußerst unschönes Problem technischer Natur gegeben, wie ich es in nunmehr 22 Jahren Büchermachen noch nie erlebt habe.

Jetzt aber ist wieder alles gut, geht alles seinen korrekten Weg - allerdings dauert es nun leider doch noch so knapp zwei Wochen, bis das fertige Produkt dann endlich vorliegt :-(

Habt also noch etwas Geduld, bitte!