Montag, 19. August 2013
Alle Tassen im Schrank? RSV Göttingen 05
Es gibt nur ein' Göttingen 05?
Von wegen - seit 2013/14 gibt es zwei Göttingen 05! Den 1. SC 05, der in der Oberliga Niedersachsen spielt, und den RSV 05, der in der 1. Kreisklasse kickt. Das doppelte 05 ist Resultat der Herauslösung der Leistungsfußballabteilung des RSV 05 als 1. SC 05.
Für mich werden die acht Jahre unter dem Label RSV Göttingen 05 unvergessen bleiben. Der Neustart in der Bezirksklasse (8. Liga), die Heimat an der Benzstraße, der sportliche Aufstieg bis zurück in die Oberliga. Heute nun gibt der RSV 05 um 15 Uhr am Weender Freibad sein Debüt gegen die Zweite des SCW, während der 1. SC 05 ab 17 Uhr in Oldenburg auf den VfL trifft.
Wohl nicht nur mein 05er Herz ist da zerrissen...
105 Jahre Eutin 08
Keiner der ganz Großen, und doch ein Großer: Die Eutiner SpVgg 08 wird 105 Jahre alt. Hier mein Geburtstagsständchen aus "Nordsport" (http://www.shz.de/sport/nord-sport.html)
1908. Die Industrielle Revolution ist an Eutin, dem „Weimar des Nordens“, weitestgehend vorbeigegangen. Statt körperlicher Arbeit dominiert geistiges Leben die Stadt. Der Fußball, der sich seit einigen Jahren vor allem in Bildungsbürgerkreisen zunehmend Interesse erfreut, findet dadurch auch den Weg in die pittoreske Kleinstadt am Eutiner See. Am 13. August 1908 entsteht der Eutiner FC 1908, der nach dem Plöner BV 07 der zweite Fußballverein der Region ist
1908. Die Industrielle Revolution ist an Eutin, dem „Weimar des Nordens“, weitestgehend vorbeigegangen. Statt körperlicher Arbeit dominiert geistiges Leben die Stadt. Der Fußball, der sich seit einigen Jahren vor allem in Bildungsbürgerkreisen zunehmend Interesse erfreut, findet dadurch auch den Weg in die pittoreske Kleinstadt am Eutiner See. Am 13. August 1908 entsteht der Eutiner FC 1908, der nach dem Plöner BV 07 der zweite Fußballverein der Region ist
Beharrlich aber auch beschaulich entwickeln sich die
Rot-Blauen in der Folgezeit weiter. 1919 kommt es zur Umbenennung in Eutiner
SpVgg 08, weil man längst auch anderen Sportarten frönt. 1932 klopften die
Rosenstädter erstmals ans Tor zur höchstklassigen Oberliga, verpassen den
Sprung aber.
Nach dem Krieg macht Eutin eine Transformation durch.
Zahlreiche Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten in Polen lassen sich in
der Kleinstadt nieder und bringen ihr Fußballfachwissen ein. Der Pole Zaworka
verstärkt die Mannschaft um Horst Rahn und Kapitän Stolpemann, die zu einem der
spielstärksten Teams im Landes aufsteigt und 1948/49 Vizemeister der Landesliga
wird. Doch der Erfolg hält nicht lange an. Während sich Nachkriegsdeutschland
am Wirtschaftswunder erfreut, begibt sich Eutin 08 auf Talfahrt. 1952 geht es
hinab in die Bezirksklasse Süd, 1957 mit ganzen sieben Zählern gar in die
Kreisliga.
Fast zwei Jahrzehnte verdingt sich Eutin 08 anschließend im
unterklassigen Fußball. 1961 scheitert man in der Aufstiegsrunde zur höchsten
Landesklasse und erreicht 1965 im NFV-Pokal über Regionalligist Victoria
Hamburg (3:1) sowie die TSG Bergedorf (1:0) das Viertelfinale. 3.500 Fans auf
dem Waldeck-Sportplatz in Fissau sehen einen souveränen 4:0-Sieg des FC St.
Pauli auf Schneeboden.
Die Wende bringt der ehemalige rechte Verteidiger und
nunmehrige CDU-Landtagsabgeordnete Fritz Latendorf. Binnen zweier Spielzeiten
prescht Eutin 08 unter seiner Präsidentschaft von 1970-71 ins Fußball-Oberhaus
von Schleswig-Holstein hinauf. Latendorfs Ziel ist die dritte Liga, die 1974
eingeführte Amateuroberliga Nord. 1980 erreichen die Rosenstädter erstmals die
Aufstiegsrunde, bleiben daheim ungeschlagen, müssen aber Hummelsbüttel den
Vortritt lassen, weil es auf fremden Plätzen lediglich in Lingen zu einem
Zähler (0:0) langt.
Ein Jahr später feiert Eutin 08 den laut Fritz Latendorf
„stolzesten Tag seit Bestehen des Vereins“. Nach einem packenden
Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Heider SV und dem TSV Nord Harrislee werden die
Rot-Blauen dank eines formidablen 9:1-Punkte-Schlussspurts und eines
abschließenden 2:0 über Schleswig 06 erstmals Landesmeister. Trainer Gernot
Röhl hat ein exquisites Team beisammen: Landesauswahl-Torhüter Schultz, Libero
Hein und Vorstopper Schuchardt bilden die Defensive, im Mittelfeld zieht der zu
Saisonbeginn aus Lensahn gekommene 19jährige Schwilp die Fäden und im Sturm
wirbeln neben Pantel die Youngster Kleinworth (19) und Burchard (21). Doch in
der Aufstiegsrunde setzt es Ernüchterung, bleibt es bei einem kümmerlichen
Pünktchen, erworben beim 0:0 gegen Celle.
Als sich Ende der 1980er Jahre der Berliner Großunternehmer
Steffen Oppermann auf dem Waldeck-Sportplatz engagiert, verändert sich die
dortige Fußballwelt schlagartig. Oppermann verpflichtet renommierte Spieler wie
Horst Feilzer, Norbert Bebensee und Holger Willmer, will Eutin 08 mit Macht
nach oben bringen. Unter Trainer Peter Nogly gelingt 1989/90 ein legendärer
1:0-Sieg auf der Lübecker Lohmühle, und in der Aufstiegsrunde schaffen die
Rosenstädter tatsächlich den ersehnten Sprung ins norddeutsche Amateuroberhaus.
Eutin scheint vor großen Fußballtagen zu stehen. Während Trainer
Nogly trotz Angebot von Bayer Uerdingen in der Rosenstadt bleibt, kommen mit
Kai Häring, Gero Maaß und Jürgen Oelbeck vielversprechende Neuzugänge. Die
erhoffte Etablierung in der Drittklassigkeit aber bleibt aus, und als der
Abstieg am 1. April 1991 nach einem 1:2 gegen Göttingen 05 vorzeitig feststeht,
bildete dies sogar den Auftakt zu einer tragischen Talfahrt.
Weil sämtliche Leistungsträger Eutin verlassen haben geht es
1992 nach einer 2:4-Niederlage im Entscheidungsspiel gegen den TSV Büsum gleich
noch eine Etage tiefer in die Landesliga. Erst 1999 kann der freie Fall in der
Bezirksklasse gestoppt werden. Pünktlich zum 100. Jubiläum gelingt 2008 die
Rückkehr in die Verbandsliga, und nachdem auch die wirtschaftlichen
Schwierigkeiten überwunden sind, macht sich auf dem Waldeck-Sportplatz wieder
Optimismus breit. Unter dem 2013 als Trainer zurückgekehrten „Mecki“ Brunner
streben die für ihre ausgezeichnete Nachwuchsarbeit bekannten Rosenstädter
inzwischen vehement zurück in die höchste Landesklasse.
Samstag, 17. August 2013
Alle Tassen im Schrank? SV Meppen
Na, da kommen jetzt Erinnerungen hoch, oder?
SV Meppen, der Prototyp des Dorfvereins!
Heute abgetaucht in der Regionalliga Nord und kürzlich im Niedersachsen-Pokal bei einem Klub namens TB Uphusen im Elfmeterschießen ausgeschieden.
Bis 1998 war Meppen heile Welt, und dass das heutige Emslandstadion damals noch Hindenburgstadion hieß, passte irgendwie zu diesem verträumten Provinzcharakter des gesamten Vereins. Doch nach dem Einbruch in der Rückrunde 1994/95, ohne den der SVM vermutlich in der 1. Bundesliga gelandet wäre, ging es erst schleichend und dann schnell bergab. Tiefpunkt: Platz 7 in der Oberliga Niedersachsen-West 2009/10.
Wie oft ich mit meinen 05ern in Meppen war, kann ich gar nicht genau sagen (habe leider nie Buch über meine Spielbesuche geführt). Viele Punktgewinne habe ich da jedenfalls nicht bejubelt. Ansonsten gehörten zu einem Auswärtsspiel beim SVM stets a.) ein Stau irgendwo bei Bielefeld und b.) Regen bei einem Freitagabendspiel.
Insolvenzticker: Coventry City
Ex-Premier-League Klub Coventry City befindet sich in der wohl schwierigsten Situation seiner Vereinsgeschichte. Aufgrund von Streitigkeiten mit dem Stadionbetreiber spielen die Sky Blue seit der Saison 2013/14 im 30 Meilen entfernten Northampton, wo zum ersten Heimspiel (5:4 gegen Bristol City) kaum mehr als 2.000 Fans ihren Obolus zahlten. Deutlich mehr kamen zu einem gleichzeitig stattfindenden Solidaritätsspiel - Coventrys Fanszene ist gespalten.
Die tragische Story um den Klub ist in diesem BBC-Beitrag (auf Englisch) gut zusammengefasst: http://www.bbc.co.uk/sport/0/football/23686822
Die tragische Story um den Klub ist in diesem BBC-Beitrag (auf Englisch) gut zusammengefasst: http://www.bbc.co.uk/sport/0/football/23686822
Freitag, 16. August 2013
Fusion in Herzogenaurach geplant
Im fränkischen Herzogenaurach bahnt sich eine Fusion im Fußball an. Schon vor einigen Monaten wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, der Vertreter der Vereine ASV Herzogenaurach, 1. FC Herzogenaurach und SC Herzogenaurach-Nord angehören. Die Verhandlungen stehen nun offenbar vor einem positiven Abschluss.
Ebenfalls dabei war zunächst der ASV Niederndorf, der sich aber zwischenzeitlich zurückzog. „Wir hätten uns hauptsächlich wegen der Jugend beteiligt, weil viele Nachwuchsspieler zurzeit keine Spielmöglichkeit haben. In einem großen Verein könnte jeder seinen Platz finden“, wird ASV-Abteilungsleiter Norbert Herbolzheimer auf nordbayern.de zitiert. Der Klub zog sich zurück, weil es keine Einigung in der Standortfrage gab. Der ASV wollte ein neutrales "neues" Gelände für den Fusionsverein, wodurch alle vier Vereine ihre Spielstätten hätten aufgeben müssen.
Hintergrund der Fusionsbestrebungen sind Nachwuchsprobleme sowie wachsende Schwierigkeiten, Trainer und Betreuer für den Nachwuchsbereich zu finden. „Es gibt immer weniger Kinder, die Fußball spielen. Eine Fusion würde vieles erleichtern, denn die Lösungen mit Jugendfördergemeinschaften und Spielgemeinschaften sind doch immer mit viel Bürokratie verbunden“, wird Elke Sowa, Vorsitzende des ASV Herzogenaurach zitiert.
ASV und 1. FC Herzogenaurach spielten einst in der Bayernliga. Der ASV (von 1972-77 drittklassig), wurde 1973/74 sogar deren Meister, stieg aber wegen der Einführung der 2. Bundesligen nicht auf. Seit Ende der 1980er Jahre spielt der Verein, dessen Wurzeln im Arbeitersport liegen, nur noch auf Kreisebene. Der 1. FC Herzogenaurach, Heimatverein von Lothar Matthäus, war von 1970 bis 1981 insgesamt sieben Jahre Bayernligist. Er ist heute in der Kreisliga aktiv.
Während der ASV einst von adidas gefördert wurde, gilt der 1. FC als der Klub von Puma.
Ebenfalls dabei war zunächst der ASV Niederndorf, der sich aber zwischenzeitlich zurückzog. „Wir hätten uns hauptsächlich wegen der Jugend beteiligt, weil viele Nachwuchsspieler zurzeit keine Spielmöglichkeit haben. In einem großen Verein könnte jeder seinen Platz finden“, wird ASV-Abteilungsleiter Norbert Herbolzheimer auf nordbayern.de zitiert. Der Klub zog sich zurück, weil es keine Einigung in der Standortfrage gab. Der ASV wollte ein neutrales "neues" Gelände für den Fusionsverein, wodurch alle vier Vereine ihre Spielstätten hätten aufgeben müssen.
Hintergrund der Fusionsbestrebungen sind Nachwuchsprobleme sowie wachsende Schwierigkeiten, Trainer und Betreuer für den Nachwuchsbereich zu finden. „Es gibt immer weniger Kinder, die Fußball spielen. Eine Fusion würde vieles erleichtern, denn die Lösungen mit Jugendfördergemeinschaften und Spielgemeinschaften sind doch immer mit viel Bürokratie verbunden“, wird Elke Sowa, Vorsitzende des ASV Herzogenaurach zitiert.
ASV und 1. FC Herzogenaurach spielten einst in der Bayernliga. Der ASV (von 1972-77 drittklassig), wurde 1973/74 sogar deren Meister, stieg aber wegen der Einführung der 2. Bundesligen nicht auf. Seit Ende der 1980er Jahre spielt der Verein, dessen Wurzeln im Arbeitersport liegen, nur noch auf Kreisebene. Der 1. FC Herzogenaurach, Heimatverein von Lothar Matthäus, war von 1970 bis 1981 insgesamt sieben Jahre Bayernligist. Er ist heute in der Kreisliga aktiv.
Während der ASV einst von adidas gefördert wurde, gilt der 1. FC als der Klub von Puma.
Freitag, 9. August 2013
Alle Tassen im Schrank?: Coventry City
Coventry City ist ein weiteres Beispiel für die mitunter fatale Entwicklung, die der von wirtschaftlichen Interessen gespeiste Fußball gegenwärtig nimmt. Von 1967 bis 2001 waren The Sky Blues fester Bestandteil der 1. Liga Englands und kickten in einer altehrwürdigen Spielstätte an der Highfield Road (dort erwarb ich irgendwann Mitte der 1990er Jahre auch diesen Becher). Dann sollte alles ganz toll werden. Mit der 2005 eröffneten Ricoh Arena schien den 2004 in die Erstklassigkeit zurückgekehrten Sky Blues die Zukunft offen zu stehen - "the sky is the limit" sozusagen. Doch es kam anders. Finanzielle Probleme, Streitigkeiten mit dem Stadionbetreiber, dazu 2012 der erneute Abstieg - in Coventry ging es dramatisch den Bach herunter. Nun ist die Situation eskaliert, denn seit 2013/14 spielen die Sky Blues im 30 Meilen entfernten Sixfields Stadium Northampton, während die Ricoh Arena leer steht. Das absurde Schauspiel hat die Fanszene erzürnt und gespalten, und eine Prognose für die Zukunft des FA-Cup-Siegers von 1987 fällt eher düster aus.
Dienstag, 6. August 2013
Alle Tassen im Schrank? Afrikacup 2008
Afrika ist eigentlich kein Kontinent, auf dem
es in den Fußball-Fanshops Kaffeebecher zu kaufen gibt. Erstens ist
Kaffee eine "weiße" Marotte, zweitens gibt es ohnehin kaum
Fußball-Fanshops. Doch Afrika ist auch ein Kontinent der Kreativität.
Es gibt alles, was nachgefragt wird. Und so entdeckte ich während der
Afrikameisterschaft 2008 in Ghana diesen niedlichen Becher auf einem
Straßenmarkt in Kumasi. Er ist garantiert kein "offizielles
Lizenzprodukt", und er ist auch garantiert nicht spülmaschinenfest. Aber
Spülmaschinen gibt es in Afrika ja auch wieder kaum...
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