Sonntag, 25. August 2013

Alle Tassen im Schrank: Holstein Kiel


Einen schönen Sonntagmorgen mit den Kieler Störchen, dem bisherigen Überraschungsteam der 3. Liga.

Mit der KSV Holstein verbinden mich höchst unterschiedliche Emotionen. 2001 trafen die Störche und Göttingen 05 in den Aufstiegsspielen zur damaligen Regionalliga Nord aufeinander. Nach einem 0:2 im Kieler Dauerregen drehten meine Schwarz-Gelben den Spieß im Glutofen Jahnstadion um und gewannen mit 3:0 - eines meiner größten Spiele als 05-Fan, vielleicht sogar das größte. Drei Tage später kam der gesenkte Daumen des DFB. Keine Lizenz für 05, Kiel steigt auf. 2003 war dann in Göttingen Schluss, während Holstein Richtung 2. Liga marschierte (dort aber nicht ankam).

So, das war die eine Seite.

Die andere Seite ist weitaus angenehmer. Irgendwann im Jahr 1998 kam aus Kiel die Anfrage, ob ich nicht bei der Erstellung einer Vereinschronik zum 100. Geburtstag mithelfen möchte. Natürlich wollte ich, schließlich weist die KSV Holstein eine der wohl spannendsten Vereinsbiographien aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg auf. Aus einer vom ersten Moment an ausgesprochen angenehmen und respektvollen Zusammenarbeit wurde ein "Dauerverhältnis", denn seitdem habe ich zigfach für und über die KSV Holstein geschrieben. Zuletzt im gerade erschienenen Aufstiegsbuch "Holstein Kiel ist wieder da" (http://www.holstein-fanshop.de/produktdetails/product/holstein-kiel-aufstiegsbuch.html).

 In all den Jahren sind die Störche mir durchaus ans Herz gewachsen, zumal sich die Erinnerung an 2001 inzwischen vor allem auf jenen grandiosen Treffer von Tobias Dietrich zum 3:0 und die damit freiwerdenden Glückshormone beschränkt.

Samstag, 24. August 2013

Alle Tassen im Schrank? Preußen Münster


 
Von jenen 16 Klubs, die heute vor exakt 50 Jahren am ersten Spieltag der Bundesliga beteiligt waren, sollte nur einer nie wieder an einem ersten Bundesligaspieltag teilnehmen: Preußen Münster.
 
Damals mit einem 1:1 gegen den Hamburger SV durchaus hoffnungsvoll gestartet ging es am Saisonende in die Regionalliga West, und an all die anschließend folgenden Höhen und Tiefen mag ich die Preußen-Fans jetzt nicht wirklich erinnern müssen. Immerhin hat sich der Klub zuletzt sichtlich aufgerappelt, und wer weiß, vielleicht gibt es ja eines Tages wieder einen ersten Bundesligaspieltag, an dem der SC Preußen Münster beteiligt ist.
 
Mich führte meine persönliche Fußball-Liebe Göttingen 05 mehrfach ins Preußenstadion, wobei mir vor allem die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga 1989 in Erinnerung ist. Wir waren mit einem 1:1 daheim gegen Duisburg gut gestartet und zeigten bei rekordverdächtigen Hitzegraden in Münster eine grandiose Leistung. Leider versiebten die 05-Stürmer diverse hochkarätige Chancen, und weil Preußen unmittelbar nach dem Anpfiff zur 2. Halbzeit zudem einen Abwehrfehler zum 1:0 nutzte, fuhren wir als Verlierer nach Hause.
 
Näher als damals war Göttingen 05 nie wieder an einer Rückkehr in die 2. Bundesliga.

Freitag, 23. August 2013

Aus für Hermann-Löns-Stadion in Solingen

Das Hermann-Löns-Stadion in Solingen steht vor dem Aus. Heute um 12 Uhr lief die Bieterfrist der Stadt Solingen für das ehemalige Zweitligastadion ab. Die Stadt hofft auf mindstens 1,5 Mio. Euro, wobei dem Vernehmen nach bereits höhere Angebote vorliegen. Der von der Stadt ursprünglich erhoffte Erlös von bis zu drei Mio. Euro hatte sich indes zerschlagen, nachdem bekannt geworden war, dass der Boden des Gelände als problematisch eingeschätzt wird. 

Auf dem Gelände in Solingen-Ohligs sollen anschließend bis zu 100 neue Wohnungen entstehen, wobei städtebauliche Qualitäten ebenso eine Rolle spielen wie ökologische Aspekte.

Ex-Nutzer 1. FC Union Solingen (Nachfolger des früheren Zweitbundesligisten SG Union Solingen) wurde 2012 im Rahmen eines am 29. Juni 2010 beantragten Insolvenzverfahrens aufgelöst. Zuvor hatten sich Teile des Klubs dem BSC Aufderhöhe angeschlossen, der sich seitdem BSC Union nennt und das alte Union-Wappen als Logo führt. Eine zweite Gruppe gründete den Ohliger FC (OFC) Solingen, der sich gleichfalls als Nachfolgeverein sieht. Zu den (komplexen bis komplizierten) Hintergründen: http://www.unionsolingen.de/000000a1000fcf902/000000a13f0a0a801/index.html

Im Hermann-Löns-Stadion spielt keine der beiden Mannschaften. Der OFC läuft auf einem Nebenplatz des Stadions auf Kunstrasen auf, der BSC Union auf dem Gelände des früheren BSC Aufderhöhe. Der Abriss des Hermann-Löns-Stadion ist für 2014 terminiert.
 Weitere Infos: http://www.rp-online.de/bergisches-land/solingen/nachrichten/das-stadion-im-abseits-1.2784143

Alle Tassen im Schrank? VfL Wolfsburg


Als Fußballfan hat man gelegentlich eine etwas verzerrte Wahrnehmung der Realität.

Dass der VfL Wolfsburg in der Bundesliga spielt, ging beispielsweise über viele Jahre irgendwie an mir vorbei. Schließlich waren der VfL und Göttingen 05 über Jahrzehnte in gemeinsamen Spielklassen, schließlich hatten meine 05er entscheidende Spiele in Wolfsburg eigentlich immer für sich entschieden, schließlich hatten wir selbst am Elsterweg häufig ein "Heimspiel", weil die Wolfsburg Fanszene, nun ja, "überschaubar" war.

Und nun sollten die Wölfe erstklassig sein, während 05 langsam aber sicher dem Untergang entgegen taumelte? Manchmal ist die Wahrheit eben einfach nicht zu ertragen!

Seit seinen ersten Bundesligajahren hat sich der VfL freilich erheblich verändert, und wenn ich heute nach Wolfsburg komme, erinnert nichts mehr an alte Begegnungen mit meinen 05ern. Diese Tasse stammt noch aus Zweitligatagen und wurde erworben am letzten Spieltag der Saison 1993/94, als der VfL dem FC St. Pauli mit einem 4:1 am Elsterweg den Aufstieg in die Bundesliga verdarb.

 Mit 05 fahr ich übrigens längst wieder regelmäßig zu Spielen nach Wolfsburg - allerdings heißt der Gegner inzwischen US Lupo-Martini. Und das Schlimmste: es gibt keine Tassen!

Donnerstag, 22. August 2013

Alle Tassen im Schrank? VfB Stuttgart



Heute Abend schlägt für den VfB Stuttgart mal wieder die "Stunde der Wahrheit".

Mich verbindet mit den Schwaben eine sehr angenehme Erinnerung. 2006 erschien mein erstes VfB-Buch "Mit dem Ring auf der Brust" zu einem Zeitpunkt, als der Klub scheinbar tief in der Krise steckte. Ein Mann namens Armin Veh war grade Trainer geworden, während sich Horst Heldt die ersten Meriten als Manager erwarb. Kaum war das Buch jedoch auf dem Markt, begannen die "Jungen Wilden" zu zaubern und wurden am Ende Deutscher Meister - mein erstes "Meisterbuch" war da!

Letztes Jahr nun kam "Junge Wilde und Magisches Dreieck". Wieder steckte der VfB in der Krise, und diesmal kam er zumindest bis ins Pokalfinale, was leider verloren wurde. Was mich aber vor allem mit dem VfB verbindet, sind mir über die Jahre sehr wertvoll gewordene Menschen, die ich im Laufe der Zeit durch die Bücher kennengelernt habe.

In diesem Sinne: Viel Glück heut Abend, denn: "Oh VfB Stuttgart, Du bist unser Leben, für unsre Farben, werden wir alles geben."

Dienstag, 20. August 2013

Insolvenzticker: TuS Krempe


Eigentlich ist das Label "Insolvenzticker" im Falle des schleswig-holsteinischen Verbandsligisten TuS Krempe nicht korrekt. Es waren nämlich keine finanziellen Gründe, die den Klub zum sofortigen Rückzug aus dem Spielbetrieb der Verbandsliga Süd-West veranlassten. Statt dessen stand man in Krempe vor einem unlösbaren Personaldilemma, nachdem sich kurz vor dem Saisonstart eine ganze Reihe von Spielern trotz vorheriger Zusage in Krempe abgemeldet hatte und zu anderen Klubs gewechselt war.

Nach den 0:5-Niederlagen beim FC Reher-Puls und dem 0:2 gegen den TSV Lägerdorf hatte sich gezeigt, dass die mit Spielern aus der in der Kreisklasse A aktiven Reserve aufgestockten Restmannschaft in der Verbandsliga überfordert war und man entschloss sich zum sofortige Ausstieg. "Wir konnten nicht länger mit ansehen, wie die Verbliebenen ständig überfordert werden und wegen dauerhaften Misserfolges die personelle Basis womöglich noch weiter bröckelt", begründete Vorsitzender Reinhard Kühlcke gegenüber "Nordsport".

2014/15 wird der TuS Krempe somit in der Kreisliga an den Start gehen.

Budgets in der französischen Ligue 1

Ein Blick auf die Budgets der 20 Klubs in der französischen Ligue 1 verdeutlicht das dramatisch wachsende Auseinanderdriften der Vereine. PSG verfügt mit 400 Mio. Euro über mehr Geld als die 13 "kleinsten" Klubs der Liga (zu denen u.a. Ex-Meister Montpellier gehört) zusammen.

Dabei handelt es sich sogar nur um die offiziellen Zahlen - also jene Budgets, die dem Ligaverband LFP gemeldet wurden. Monaco beispielsweise dürfte über deutlich mehr Geld verfügen also die aufgeführten 130 Mio. Euro.


Zum Vergleich die Zahlen der beiden letzten Saisons.


Die Schautafeln stammen von www.ide.fr