Posts mit dem Label Birmingham City werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Birmingham City werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 8. Januar 2014

Alle Tassen im Schrank? Birmingham City

 
Zwischen Crawley und Swansea liegt Birmingham. Geografisch nicht ganz korrekt, und doch werden meine Gedanken am heutigen Abend so ähnlich sein, wenn die leider nicht mehr ganz so mächtigen Bristol Rovers im FA-Cup-Replay bei Crawley Town um den Einzug in die nächste Runde streiten. Dortiger Gegner wäre Birmingham City, und der Gewinner dieses Duells darf sich dann auf ein Heimspiel gegen Premier-League-Klub Swansea City freuen. Der sich, das sei nebenbei gesagt, am Wochenende etwas überraschend bei Manchester United durchsetzte.

Für meine Rovers wäre ein Kräftemessen mit „the Blues“ aus Birmingham sowohl sportlich als auch wirtschaftlich eine lukrative Sache, und ich persönlich darf dann möglicherweise auf eine via Internet auch hierzulande zu genießende Liveübertragung hoffen. In dem Fall wäre ich gespannt, wie der St. Andrew’s Park in Birmingham wohl heute ausschaut, denn mein letzter Besuch dort reicht zurück in eine Zeit, in der der moderne Fußball noch handzahm war und all der Hype um das „Erlebnis Fußball“ gerade erst aufkam.

Es war Mitte der 1990er Jahre. City war unter der exzentrischen Trainerlegende Barry Fry (der im Sommer gerne mal oben ohne auf der Trainerbank saß) gerade erst in die 2. Liga zurückgekehrt, lag aber insgesamt doch ziemlich am Boden. So auch das Stadion, in dem zwar zwei Uralttribünen Fußballgeschichte atmeten, in dem die wachsenden Anforderungen des Eventfußballs aber nur noch bedingt befriedigt werden konnten.

Es war eine Zeit, in der City (niemals Meister, 1931 und 1956 FA-Cup-Finalist) sichtlich im Schatten der Lokalrivalen Aston Villa, WBA und Wolves stand. Entsprechend gemächlich, um nicht zu sagen, verloren ging es seinerzeit in St. Andrew’s zu, in dem eine treue aber auch überschaubare Fanschar den Spielen folgte. Das alles änderte sich unter Fry-Nachfolger Trevor Francis, unter dem the Blues Ende der 1990er laut ans Tor zur Premier League klopften und jenes schließlich 2002 im Play-off gegen Norwich auch öffneten, um nach 16 Jahren in die höchste englische Spielklasse zurückzukehren. Das Stadion wurde unterdessen für viel Geld mit den nötigen Premier-League-Schikanen ausgestattet, doch auf die Anhänger der blues warteten turbulente Tage. Ein paar Jahre lang ging es heftig hin und her zwischen erster und zweiter Liga, während man 2011mit dem Gewinn des Ligapokals zum ersten Mal „silverware“ nach St. Andrew’s holte.

Im selben Jahr begannen aber auch heftige Turbulenzen um Klubbesitzer Carson Yeung, die den Klub in eine existenzbedrohende Krise stürzen sollten. Nachdem der Hongkonger Geschäftsmann wegen Geldwäsche verhaftet worden war, geriet auch City in den Focus und hatte mit einem Transferembargo zu kämpfen, woraufhin es sportlich erneut hinab in die Zweitklassigkeit ging. Immerhin überlebte man die Krise, wobei der Klub seitdem als ein weiteres abschreckendes Beispiel dafür steht, wie die Abhängigkeit von ausländischen Investoren enden kann.

Für meine Bristol Rovers werden the Blues zumindest auf dem Papier wohl dennoch eine Nummer zu groß sein – zumal ja ohnehin erstmal die Hürde Crawley übersprungen werden muss. Heute Abend wissen wir (oder zumindest ich) mehr.

Donnerstag, 3. November 2011

Insolvenzticker: Birmingham City

Beim angeschlagenen englischen Zweitligisten Birmingham City geht erneut die Angst vor dem finanziellen Crash um. Hintergrund sind die Turbulenzen um das Klub-Mutterunternehmen "Birmingham International Holdings". Die an der Hongkonger Börse gelistete Holding gab kürzlich eine Gewinnwarnung heraus und erklärte, das im Juni 2011 beendete Finanzjahr habe mit einem "großen Verlust" geendet.

Seit dem Abstieg aus der Premier League im Sommer 2011 sind keine Gelder der Holding an Birmingham City mehr geflossen, heißt es. Wie die Zukunft der "Blues" aussieht, ist derzeit ungewiss. Klub-Hauptanteilseigner Carson Yeung ist zudem wegen des Verdachts auf Geldwäsche derzeit von der Börse genommen und zur Untätigkeit verdammt. (siehe: http://www.sundaymercury.net/midlands-sport/birmingham-city-fc/birmingham-city-fc-news/2011/07/03/birmingham-city-in-crisis-cops-could-look-at-carson-yeung-s-casino-links-66331-28983257/) Die Suche nach neuen Investoren verlief bislang im Sande.

Wenngleich offiziellen Angaben zufolge keine direkte Gefahr für den Fußballklub droht, sind die Fans der Blues besorgt, weil mit Liam Ridgewell und Nikola Zigic zwei Leistungsträger im Winter verkauft werden sollen.

Donnerstag, 28. Juli 2011

Insolvenzticker: Birmingham City

Die Zukunft liegt in Asien. So heißt es ja gerne mal in diesen Tagen, wenn es um finanziell gut aufgestellte Fußballvereine geht. Manchester City und München 1860 lassen grüßen.

Doch nicht immer ist die Formel "Asien" auch eine Erfolgsformel.

In Birmingham beispielsweise zittert man derzeit um seine Zukunft. Und dass, obwohl mit dem in Hongkong ansässigen Geschäftsmann Carson Yeung ein Asiate das Sagen im St. Andrews's Stadion hat.

Birminghams Problem: Yeung bzw. seiner Firma "Grandtop International Holdings Limited" (GIH) wird Geldwäsche vorgeworfen. Am 29. Juni 2011 wurde der Geschäftsmann in Hongkong festgenommen und sitzt seitdem dort in Haft. Die im Steuerparadies Cayman Inseln ansässige GIH ist von der Hongkonger Börse genommen worden, und Yeung Finanzmittel sind eingefroren. Yeung wartet nun auf den fälligen Prozess am 11. August, in dem er seine Unschuld nachweisen will.

Yeungs rechte Hand bei den "Blues", Peter Pannu, kündigte derweil ernsthafte Einschnitte für den Klub an. Die in der abgelaufenen Saison 2010/11 aus der Premier League abgestiegenen "Blues" haben sich durch den Gewinn des Ligapokals für die Europa League qualifiziert und streben den direkten Wiederaufstieg an die Fleischtöpfe der Premier League an.

Damit könnte es nun vorbei sein, denn die ungeklärte finanzielle Lage hat die Transferpolitik erheblich behindert. Statt namhafter Neuzugänge drohen Birmingham nun sogar Verkäufe von Leistungsträgern, zumal britische Banken bereits Druck auf die Vereinsführung ausüben. "Wir haben versucht, neue Geldgeber zu finden, doch mit dem Vorwurf der Geldwäsche im Hintergrund ist das natürlich schwierig", ließ Pannu gegenüber der "Birmingham Mail" verlauten.