Donnerstag, 6. Februar 2014

Alle Tassen im Schrank? Gloucester City


Gloucester ist, wie Worchester, einer dieser Begriffe, an dem wir einst im Englischunterricht wohl fast verzweifelt wären. Wieso heißt das jetzt „Gloster“ und nicht „Gluhchester“?

Nun, das sind die Spitzfindigkeiten und Eigenarten der englischen Sprache (ebenso wie Leicester übrigens, wohingegen Reading ein anderes Thema ist ), die an dieser Stelle nicht weiter thematisiert werden sollen. Zumal es beim Thema Gloucester City ohnehin Wichtigeres zu besprechen gibt, denn der Klub hat seit mehr als 2.400 Tagen kein einziges Spiel mehr im heimischen Meadow Park austragen können!

Es war im Juli 2007, als das erst 1986 bezogene Stadion zum dritten Mal in nur 17 Jahren völlig überflutet wurde, nachdem der benachbarte Severn über die Ufer getreten war. Die Bilder, die es dazu im Netz gibt (http://www.bbc.com/sport/0/football/24802846) sehen schrecklich aus und machen wenig Hoffnung, dass die Schwarz-Gelben eines Tages in den Meadow Park werden zurückkehren können. Längst sind die Tribünen zerstört, ist das Klubhaus verfallen, ist von schönem englischen Rasen nichts mehr zu sehen. Gloucester City ist derweil auf fremden Plätzen zu Gast – zunächst bei den Forest Green Rovers, dann in Cirencester (was übrigens „sirenchester“ ausgesprochen wird...) und gegenwärtig in Cheltenham, zwölf Meilen nördlich von Gloucester.

Das lange Exil hat den Klub vor schwere wirtschaftliche Probleme gestellt, denn die Zuschauerzahlen sind kontinuierlich gesunken und betrugen mitunter nur wenige hundert Zahlende. Dabei ist man sportlich durchaus erfolgreich und erreichte 2013 zum zweiten Mal in Folge die lukrative erste Runde im FA-Cup, wo man (in Cheltenham...) auf Viertligist Fleetwood Town traf. 2012 schien als, als könne man mit Hilfe von Klubchef Eamonn McGurk und anstelle des maroden Meadow Parks ein nagelneues Stadion mitsamt Flutwall entstehen, doch nach einem Einspruch des Gloucester City Council, das ausgerechnet die Überflutungsschutzpläne bemängelte, mussten die Pläne fallengelassen werden. Gegenwärtig läuft ein erneuter Planungsantrag, der im Laufe des Frühjahrs hoffentlich Grünes Licht bekommen wird.

Ich habe Gloucester in den 1990er Jahren als eine lebendige Fanhochburg mit ausgezeichneter Atmosphäre und einem lebhaft frequentiertem Pub direkt am Stadion kennengelernt, als ich mit den Rovers dort bei einem Freundschaftsmatch vor der Saison gastierte. Drücken wir Daumen, dass es bald wieder soweit ist und der Gloucester City Supporters Club zu einem „echten“ Heimspiel laden kann.

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