Freitag, 21. Februar 2014

Alle Tassen im Schrank? MSV Duisburg


Anhänger des MSV Duisburg durchleben ja 2013/14 eine Saison mit diversen Höhen und vor allem Tiefen sowohl auf als auch neben dem Platz. Gegenwärtig laufen die Gespräche über den notwendigen Schuldenschnitt, und da drücke ich tüchtig die Daumen, das pünktlich bis zum 1. März alles in trockenen Tüchern ist und man sich an der Wedau anschießend mit voller Kraft der Aufgabe „Rückkehr in die 2. Bundesliga“ widmen kann.

Der MSV Duisburg ist ein besonderer Verein für mich, denn es ist der Klub meines ältesten Fußballfreundes. Klaus und ich lernten uns anno 1978 auf einem Anstecknadelsammlertreffen in der Nähe von Braunschweig kennen, und nicht nur, weil wir damals die mit Abstand jüngsten in einem Kreis gesetzter Herren waren, knüpften wir bald eine weit über den Fußball hinausgehende Freundschaft. Mit seinem Zwillingsbruder (und spätestens jetzt dürften einige von Euch wissen, welcher Klaus gemeint ist ) habe ich viele Stunden sowohl unter Anstecknadelsammlern aber auch in diversen Stadien dieser Republik verbracht. Zudem teile ich mit Klaus meine heimliche Liebe für den Handball, die uns weiteren Gesprächsstoff schenkt.

Durch die Freundschaft verfolgte ich den Weg des MSV Duisburg immer mit einem besonderen Blick und hielt beispielsweise (vergeblich) Daumen bei den Pokalfinals 1998 und 2011. Vor allem aber freute ich mich, als die Zebras nach vielen Jahren in der Versenkung in den 1990er endlich wieder ins Oberhaus zurückfanden. Ich erinnere mich gut an die Ssison 1993/94, als der MSV am 23. Spieltag als Tabellenführer (mit negativer Tordifferenz!) zum FC Bayern München reiste, und ich das Spiel in einer dichtgedrängelten Fußballkneipe in Göttingen verfolgte. Umringt von Bayern-Fans, war ich wohl der einzige, der dem MSV (vergeblich) die Daumen kniff.

Die davorliegende Zeit des Duisburger Absturzes bis in die Drittklassigkeit brachte auch zwei Begegnungen zwischen dem MSV und Göttingen 05. Es war die Saison 1988/89, als 05 mit Spielern wie Bernd Bodnariuk, Clemens Hoping und Jan Schindelmeiser ein von "Charly" Mrosko trainiertes Topteam beisammen hatte, das mit dem MSV um Thomas Strunz aber dennoch nicht konkurrieren konnte. Einem 1:1 in Göttingen folgte eine Niederlage an der Wedau. Unvergessen die für Göttinger Verhältnisse ungewohnten Massen von Zebra-Fans, die seinerzeit beim Hinspiel einfielen, aber auch das eher unangenehme Gefühl beim Rückspiel im Wedaustadion, als wir Handvoll Göttinger uns in einem von rauflustigen Duisburger regelrecht umzingelten Gästekäfig ziemlich unwohl fühlten.

In Duisburg wurden – wie auch anderswo – in den letzten Jahren viele Fehler gemacht, die im Sommer zur Insolvenz und dem Zwangsabstieg in die 3. Liga führten. Der MSV wurde damit zum abschreckenden Beispiel, wie man es nicht machen sollte. Zugleich ist der MSV aber auch einer dieser Klubs, die irgendwie zwischen die Stühle gerutscht sind im"großen" Kommerzfußball, in dem für Vereine wie den MSV Duisburg kein Platz mehr zu sein scheint.

Was würde ich mich freuen, könnten die Zebras diese Aussage alsbald widerlegen!

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