Mittwoch, 13. November 2013

Alle Tassen im Schrank? Alemannia Aachen

In der Krefelder Grotenburg kommt es heute Abend zum Duell zweier Mannschaften, die zwar eine lange gemeinsame Vergangenheit verbindet, deren Gegenwart freilich recht unterschiedlich ausschaut.

Durften die Fans des KFC Uerdingen nach vielen Jahren des Niedergangs mit dem Aufstieg ihrer Blau-Roten in die Regionalliga ein wenig durchatmen, wähnen sich die Anhänger der Aachener Alemannia derzeit wohl wie in einem schlechten Horrorfilm. Und wer nicht gerade Fan des FC Bayern ist, wird vermutlich eigene Negativerfahrungen mit "seinem" Verein vorweisen können und insofern eine gewisse Sympathie für die schwarz-gelbe Anhängerschaft empfinden. Freilich ist eine kollektive Sympathiebekundung mit Aachens Fans angesichts der Vorfälle um die Karlsbande dann auch wieder nicht so ganz einfach...

Da hilft also wieder mal nur der Blick in die Vergangenheit. Ins Jahr 2000 zum Beispiel, aus dem der abgebildete Becher stammt. Damals war die Alemannia noch "Ein starkes Stück Aachen" und hatte sich nach neun Jahren im Amateurlager endlich wieder in der 2. Bundesliga etabliert. Gewaltige Zuschauerzahlen, beeindruckende, durch tausende Feuerzeuge illuminierte Schalparaden bei den berühmt-berüchtigten Freitagabendspielen auf dem Tivoli - Alemannia Aachen war Kult, und das nicht nur in Aachen. Es folgten der Einzug ins Pokalfinale 2004, die tollen Auftritte im Europacup und schließlich die Rückkehr in die Bundesliga 2006. Das alles in einem rumpligen und gerade deshalb so unvergleichlich charmanten Tivoli-Stadion, mit dessen Ende die gegenwärtige Talfahrt dann ihren Lauf nahm.

Ein starkes Stück Aachen war die Alemannia auch anno 1980/81, als ich das erste Mal vor Ort weilte. Anlass war ein Mittwochabendgastspiel meiner Göttinger in der 2. Bundesliga Nord. Der Tivoli, das war eine dieser sagenumwobenen Fußballkultstätten, auf die ich mich außerordentlich freute. Durch den ungünstigen Termin mitten in der Woche und die weite Anfahrt war die Schar der mitgereisten 05er allerdings recht überschaubar. Und mit unseren schwarzgelben Utensilien verschwommen wir zudem mit der heimischen Fanschar - Gästeblöcke gab es damals ja auch noch nicht – was uns angesichts des „gefürchteten“ Rufs einiger Alemannia-Anhänger dann aber auch durchaus recht war.

Aus purem Selbstschutz verhielten wir uns während des Spiel dennoch eher unauffällig und hatten insofern "Glück", als 05 das Tor in den 90 Minuten weder traf noch überhaupt irgendwie ernsthaft bedrohte. Und dass wir bei den drei Aachener Toren trotz unserer schwarzgelben Schals nicht mitjubelten, ging offenbar im allgemeinen Trubel unter. Erfreulich war lediglich die Rückfahrt, denn weil wir mit dem Zug nicht mehr aus Aachen wegkamen, lud uns die Vereinsführung kurzerhand in den Mannschaftsbus ein und wir kutschierten mit unseren Helden zurück gen Heimat.

Mich beeindruckende die damalige Atmosphäre dermaßen, dass ich zu einem heimlichen Liebling des Tivoli wurde. Vor allem der prallgefüllte Fanblock hinter dem Tor gefiel mit, und fortan verfolgte ich die Geschicke der Alemannia stets mit einer gewissen Sympathie. Umso größer war mein Bedauern, als die Schwarzgelben 2009 aus dem alten Tivoli auszogen und der neue Tivoli weder dem Flair der Alemannia gerecht wurde noch ihre sportlichen Geschicke positiv beeinflussen konnte. Im Gegenteil: irgendwie wurde die Alemannia Opfer ihres Erfolges, und aus der Ferne betrachtet wirken die vielfältigen und enorm verstrickt scheinenden Probleme des Klubs, die Dissonanzen innerhalb der Fanszene sowie die Stadionproblematik nur schwer zu lösen.

Vielleicht hilft ja unser aller Daumendrücken, dass der Verein bald wieder in ruhigeren Gewässern steuert und erneut zu einem "starken Stück Aachen" werden kann.
 
Foto: In der Krefelder Grotenburg kommt es heute Abend zum Duell zweier Mannschaften, die zwar eine lange gemeinsame Vergangenheit verbindet, deren Gegenwart freilich recht unterschiedlich ausschaut.

Durften die Fans des KFC Uerdingen nach vielen Jahren des Niedergangs mit dem Aufstieg ihrer Blau-Roten in die Regionalliga ein wenig durchatmen, wähnen sich die Anhänger der Aachener Alemannia derzeit wohl wie in einem schlechten Horrorfilm. Und wer nicht gerade Fan des FC Bayern ist, wird vermutlich eigene Negativerfahrungen mit "seinem" Verein vorweisen können und insofern eine gewisse Sympathie für die schwarz-gelbe Anhängerschaft empfinden. Freilich ist eine kollektive Sympathiebekundung mit Aachens Fans angesichts der Vorfälle um die Karlsbande dann auch wieder nicht so ganz einfach...

Da hilft also wieder mal nur der Blick in die Vergangenheit. Ins Jahr 2000 zum Beispiel, aus dem der abgebildete Becher stammt. Damals war die Alemannia noch "Ein starkes Stück Aachen" und hatte sich nach neun Jahren im Amateurlager endlich wieder in der 2. Bundesliga etabliert. Gewaltige Zuschauerzahlen, beeindruckende, durch tausende Feuerzeuge illuminierte Schalparaden bei den berühmt-berüchtigten Freitagabendspielen auf dem Tivoli - Alemannia Aachen war Kult, und das nicht nur in Aachen. Es folgten der Einzug ins Pokalfinale 2004, die tollen Auftritte im Europacup und schließlich die Rückkehr in die Bundesliga 2006. Das alles in einem rumpligen und gerade deshalb so unvergleichlich charmanten Tivoli-Stadion, mit dessen Ende die gegenwärtige Talfahrt dann ihren Lauf nahm.

Ein starkes Stück Aachen war die Alemannia auch anno 1980/81, als ich das erste Mal vor Ort weilte. Anlass war ein Mittwochabendgastspiel meiner Göttinger in der 2. Bundesliga Nord. Der Tivoli, das war eine dieser sagenumwobenen Fußballkultstätten, auf die ich mich außerordentlich freute. Durch den ungünstigen Termin mitten in der Woche und die weite Anfahrt war die Schar der mitgereisten 05er allerdings recht überschaubar. Und mit unseren schwarzgelben Utensilien verschwommen wir zudem mit der heimischen Fanschar - Gästeblöcke gab es damals ja auch noch nicht – was uns angesichts des „gefürchteten“ Rufs einiger Alemannia-Anhänger dann aber auch durchaus recht war.

Aus purem Selbstschutz verhielten wir uns während des Spiel dennoch eher unauffällig und hatten insofern "Glück", als 05 das Tor in den 90 Minuten weder traf noch überhaupt irgendwie ernsthaft bedrohte. Und dass wir bei den drei Aachener Toren trotz unserer schwarzgelben Schals nicht mitjubelten, ging offenbar im allgemeinen Trubel unter. Erfreulich war lediglich die Rückfahrt, denn weil wir mit dem Zug nicht mehr aus Aachen wegkamen, lud uns die Vereinsführung kurzerhand in den Mannschaftsbus ein und wir kutschierten mit unseren Helden zurück gen Heimat.

Mich beeindruckende die damalige Atmosphäre dermaßen, dass ich zu einem heimlichen Liebling des Tivoli wurde. Vor allem der prallgefüllte Fanblock hinter dem Tor gefiel mit, und fortan verfolgte ich die Geschicke der Alemannia stets mit einer gewissen Sympathie. Umso größer war mein Bedauern, als die Schwarzgelben 2009 aus dem alten Tivoli auszogen und der neue Tivoli weder dem Flair der Alemannia gerecht wurde noch ihre sportlichen Geschicke positiv beeinflussen konnte. Im Gegenteil: irgendwie wurde die Alemannia Opfer ihres Erfolges, und aus der Ferne betrachtet wirken die vielfältigen und enorm verstrickt scheinenden Probleme des Klubs, die Dissonanzen innerhalb der Fanszene sowie die Stadionproblematik nur schwer zu lösen.

Vielleicht hilft ja unser aller Daumendrücken, dass der Verein bald wieder in ruhigeren Gewässern steuert und erneut zu einem "starken Stück Aachen" werden kann.

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