Samstag, 9. November 2013

Insolvenzticker: SV Wilhelmshaven

Der niedersächsische Regionalligist SV Wilhelmshaven muss aufgrund einer Forderung des Weltfußballverbandes FIFA am Ende der laufenden Saison 2013/14 aus der Regionalliga Nord absteigen.

Hintergrund ist ein Streit um Ausbildungsentschädigung an die argentinischen Vereine River Plate bzw. Atletico Excursionistas für den Spieler Sergio Sagarzazu, der 2007/08 in Wilhelmshaven gespielt hatte. Die beiden Vereine fordern 150.000 Euro für die Ausbildung des Spielers. Der SVW bestreitet, dass eine Entschädigung gezahlt werden muss.

Der Fall landete 2009 vor dem internationalen Sportsgerichtshof CAS, der entschied, dass der SVW zahlen müsse.Nachdem die Jadestädter dem nicht nachgekommen waren, hatte die Disziplinarkommission der FIFA über den DFB bzw. den NFV bereits zweimal Punktabzüge angeordnet und im September 2011 erstmals mit der "Versetzung in eine nierigere Spielklasse gedroht. Nun soll der Zwangsabstieg gegen den SVW auf Anweisung der FIFA vollstreckt werden. Der DFB hat die "verpflichtende Vollstreckung" bereits an den Norddeutschen Fußball-Verband weitergeleitet, in dessen Zuständigkeit die Regionalliga Nord fällt.

Der SV Wilhelmshaven berät gegenwärtig über die Möglichkeiten, die dem Verein nun bleiben. „Wir sehen die Angelegenheit als schwebendes Verfahren und wollen uns derzeit nicht dazu äußern“, sagte SVW-Sprecher Jörg Schwarz am Freitagabend gegenüber der Presse und kündigte für Montagmittag eine offizielle Erklärung an. Eine ähnliche Aussage läuft auch als Tickermeldung über die offizielle Vereinshomepage. Vom NFV liegt derzeit keine Stellungnahme vor. Wie verfahren wird, ist völlig offen. Sollte der SVW die Saison in der Regionalliga zu Ende spielen, würden seine Begegnungen vermutlich nicht gewertet werden. Ob der Klub dann 2014/15 in der Oberliga Niedersachsen antreten darf, ist ebenfalls noch offen - ebenso wie die Frage, ob der SVW die noch immer ausstehenden 150.000 Euro zahlen wird bzw. kann.

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