Dienstag, 5. November 2013

Alle Tassen im Schrank? Borussia Neunkirchen

Abgestürzte Traditionsvereine kommen in der "Tassen-Like-Liga powered by Hardy Grüne" ja in der Regel recht gut an, und so will ich heute einen weiteren dieser ganz großen Namen posten, die ein wenig aus dem Blickfeld gerutscht sind: Borussia Neunkirchen.

Die Saarländer waren in der Wirtschaftswunderzeit nach dem Zweiten Weltkrieg Protyp für diese von der ortsansässigen Industrie gepuschten Klubs, die es mit Leidenschaft, Zusammenhalt und eben auch Finanzmittel nach ganz oben schafften. In Neunkirchen, vom Sportfeuilletonisten Richard Kirn seinerzeit als "arbeitsame, düstere Stadt" beschrieben, war es vor allem das örtliche Eisenwerk, das zwar bis heute allgegenwärtig im Ortsbild ist, dessen Feuer jedoch längst verloschen ist.

Aufschwung und leider auch Niedergang des Borussia VfB Neunkirchen sind folglich eng verbunden mit dem Schicksal der Montanindustrie, die in den 1960er noch boomte und half, dass die Schwarz-Weißen insgesamt drei Jahre in der Bundesliga mitmischen durften. Das Ellenfeld-Stadion, seit 1912 beackert, erhielt damals einige wuchtige Tribünen, die bis heute in ihrer reinen, wenngleich eher nüchternen Schönheit zu bewundern sind. 30.000 Menschen passten damals rein - und damit fast jeder Einwohner der Stadt!

Als die Borussia 1968 zum zweiten Mal aus der Bundesliga abstieg, korrespondierte dies eher zufällig mit dem Aus der letzten Grube in Neunkirchen. Doch es war ein fatales Zeichen, denn fortan wanderten Borussia und Neunkirchen Hand in Hand in einen schleichenden Niedergang, und als in den 1980er Jahren auch das Eisenwerk und die der Borussia sehr zugeneigte Schlossbrauerei die Pforten schlossen, verschwand der Klub dauerhaft in der Drittklassigkeit. Es folgten die üblichen Szenarien: Insolvenz, Absturz bis in die 5. Liga, Reduzierung der Fanszene auf eine äußerst übersichtliche aber dafür umso treuere Schar.

Einen aus dieser treuen Schar schätze ich schon seit vielen Jahren als Freund, ausgezeichneten Schreiber und eben treuen Anhänger der Borussia. Auch wenn Tobias Fuchs inzwischen in Berlin lebt und eine Fernbeziehung zu seiner Borussia pflegt, ist er dem Verein noch immer mit ganzem Herzen verbunden. Fuchs war es auch, der zum Stadionjubiläum 2012 ein großartiges Buch vorlegte, für das ich dieser Stelle einfach mal unverholen Werbung mache, zumal ich ohnehin einer der Buchpaten bin: http://www.borussia-neunkirchen.de/ellenfeld-buch/.

Hoch lebe Eisen, hoch lebe Stahl!
 
Foto: Abgestürzte Traditionsvereine kommen in der "Tassen-Like-Liga powered by Hardy Grüne" ja in der Regel recht gut an, und so will ich heute einen weiteren dieser ganz großen Namen posten, die ein wenig aus dem Blickfeld gerutscht sind: Borussia Neunkirchen.

Die Saarländer waren in der Wirtschaftswunderzeit nach dem Zweiten Weltkrieg Protyp für diese von der ortsansässigen Industrie gepuschten Klubs, die es mit Leidenschaft, Zusammenhalt und eben auch Finanzmittel nach ganz oben schafften. In Neunkirchen, vom Sportfeuilletonisten Richard Kirn seinerzeit als "arbeitsame, düstere Stadt" beschrieben, war es vor allem das örtliche Eisenwerk, das zwar bis heute allgegenwärtig im Ortsbild ist, dessen Feuer jedoch längst verloschen ist.

Aufschwung und leider auch Niedergang des Borussia VfB Neunkirchen sind folglich eng verbunden mit dem Schicksal der Montanindustrie, die in den 1960er noch boomte und half, dass die Schwarz-Weißen insgesamt drei Jahre in der Bundesliga mitmischen durften. Das Ellenfeld-Stadion, seit 1912 beackert, erhielt damals einige wuchtige Tribünen, die bis heute in ihrer reinen, wenngleich eher nüchternen Schönheit zu bewundern sind. 30.000 Menschen passten damals rein - und damit fast jeder Einwohner der Stadt!

Als die Borussia 1968 zum zweiten Mal aus der Bundesliga abstieg, korrespondierte dies eher zufällig mit dem Aus der letzten Grube in Neunkirchen. Doch es war ein fatales Zeichen, denn fortan wanderten Borussia und Neunkirchen Hand in Hand in einen schleichenden Niedergang, und als in den 1980er Jahren auch das Eisenwerk und die der Borussia sehr zugeneigte Schlossbrauerei die Pforten schlossen, verschwand der Klub dauerhaft in der Drittklassigkeit. Es folgten die üblichen Szenarien: Insolvenz, Absturz bis in die 5. Liga, Reduzierung der Fanszene auf eine äußerst übersichtliche aber dafür umso treuere Schar.

Einen aus dieser treuen Schar schätze ich schon seit vielen Jahren als Freund, ausgezeichneten Schreiber und eben treuen Anhänger der Borussia. Auch wenn Tobias Fuchs inzwischen in Berlin lebt und eine Fernbeziehung zu seiner Borussia pflegt, ist er dem Verein noch immer mit ganzem Herzen verbunden. Fuchs war es auch, der zum Stadionjubiläum 2012 ein großartiges Buch vorlegte, für das ich dieser Stelle einfach mal unverholen Werbung mache, zumal ich ohnehin einer der Buchpaten bin: http://www.borussia-neunkirchen.de/ellenfeld-buch/.

Hoch lebe Eisen, hoch lebe Stahl! 
 
Jeden Morgen um 8 Uhr gibt es auf meiner Facebook-Seite (www.facebook.com/hardygruene) eine Fußballtasse mitsamt kleiner Geschichte zum entsprechenden Verein zu entdecken (außer Montags, da rufe ich zum "Montagsrätsel"). Und Eure "gefällt-mir"-Stimmen sorgen für den aktuellen Tabellenstand in der "Tassen-Like-Liga powered by Hardy Grüne"! 

Keine Kommentare:

Kommentar posten