Donnerstag, 19. Dezember 2013

Alle Tassen im Schrank? 1. FC Köln

Der geschätzte Kollege Dirk Unschuld brachte neulich gemeinsam mit Frederic Latz ein Buchungetüm heraus, in dem jeder einzelne Spieler, Funktionär und Trainer in der Geschichte des 1. FC Köln vorgestellt wird. Es ist ein Buch, bei dem man vor lauter Staunen das Atmen vergisst und sich voller Dankbarkeit vor dem Wahnsinn der beiden Autoren verneigt.

Nun ist Dirk Unschuld zugleich einer der emsigsten "gefällt-mir“-Teilnehmer hier in der „Tassen-Like-Liga powered by Hardy Grüne“, und ich vermute, er sitzt schon seit Längerem in den Startlöchern, um „seinen“ 1. FC Köln hier zu erblicken und ihm in Sekundenschelle das verdiente „gefällt mir“ zu schenken. Hier ist er nun also, lieber Dirk, und selbstverständlich habe ich jenen Becher ausgewählt, bei dem schon die Aufschrift einen Missbrauch durch nichtgeißbockaffine Besucher verhindert.

Meine frühesten Erinnerungen an den 1. FC Köln verdanke ich meinem Vater. Der war, ich habe es schon mehrfach erwähnt, glühender BVB-Fan und sprach als solcher nicht in allzu hohen Tönen von den Rheinländern, denen man im Ruhrpott ja mit ein wenig Vorbehalt begegnet. Zum Karneval aber sind wir dereinst dennoch regelmäßig in die Domstadt gepilgert, und wenn dann die Sprache auf den EffZeh kam, hörte ich durchaus Respekt aus Vaters Worten.

Meine eigenen Erinnerungen tummeln sich um dieses herrliche rot-weiß quergehälftete Trikot, Hennes Löhr, den ich aus irgendwelchen Gründen mochte, und dann natürlich die Doublesaison unter Hennes Weisweiler, als ich längst zum alle Informationen aufsagenden Fußballfan geworden war. In den 1980ern reiste ich regelmäßig ins Müngersdorfer Stadion, sah dort u.a. Ipswich Town im Europapokal und das Pokalfinale gegen die Fortuna, bei dem ich allerdings, das muss ich wohl zugeben, auf Seiten der Südstädter war.

Auch als Fußballhistoriker durfte ich mich bereits mit dem EffZeh beschäftigen. Zunächst als Archivar von Göttingen 05, denn Klubgrößen wie Reinhard Roder und Dietmar „Ziege“ Mürdter kickten einst in Köln (mehr im eingangs erwähnten Mammutwerk), ehe ich mich gemeinsam mit Dirk Unschuld und Thomas Hardt in „Hennes & Co.“ auch um die Geschichte des Vereins kümmerte. In dem längst vergriffenen Buch habe ich den Zeitraum von 1901 bis zur Fusion 1948 betreut.

Der 1. FC Köln ist im Südniedersächsischen überraschend beliebt. In meinem Bekanntenkreis tummeln sich drei eingefleischte EffZehler, und selbst im fernen Bristol ist ein befreundeter Rovers-Fan seit einem Köln-Besuch in den späten 1960 neben Pirate auch noch Geißbock.

Insofern habe ich das durchaus anstrengende Dasein als leidgeprüfter FC-Fan der letzten Jahre (oder muss man sagen „Jahrzehnte“?) hautnah mitbekommen und bin gespannt, wie es den Rot-Weißen diesmal ergeht, sollten sie denn im Sommer ins Oberhaus zurückkehren.

Und wer nun neugierig auf den Wälzer von Unschuld/Latz ist, der schaut mal hier rein: http://www.werkstatt-verlag.de/?q=node%2F581.

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