Donnerstag, 5. Dezember 2013

Alle Tassen im Schrank? FC Istres

Wer sich in der Provence für höherklassigen Fußball interessiert, votiert in der Regel für Olympique Marseille.

OM überschattet mit seiner Aura alles in der Region. In jedem etwas größeren Provence-Örtchen gibt es einen OM-Fanshop, und die Regionalzeitung „La Provence“ ist Tag für Tag voll mit Geschichten über die Himmelblauen. Abgesehen vom Rugbyclub RC Toulon gelang es in der Vergangenheit nur wenigen Klubs, zumindest ein klitzkleines Gegenlicht zur alles überstrahlenden OM-Sonne zu setzen. Der FC Martigues spielte ein paar Jahre in der 1. Liga, und auch Arles-Avignon schaffte es bereits ins Oberhaus.

Auch der FC Istres Provence, dessen Klubwappen nicht nur auf dieser Tasse recht futuristisch daherkommt und wenig mit einem "gewöhnlichen" Vereinswappen gemein hat, kickte für ein Spieljahr in der Division 1. Doch an die Saison 2004/05 erinnert man sich in der Kleinstadt etwa 30 Kilometer westlich von Marseille nicht allzu gerne. Weil der heimische Sportplatz nicht erstligatauglich war, musste man zwei Drittel der Saison nämlich entweder in Nîmes oder gar im Stade Vélodrome von OM spielen, und als der in Istres Nachbargemeinde Fos erbaute Neubau Stade Parsemain dann endlich fertig war, stand der Abstieg der Lila-Weißen bereits mehr oder weniger fest.

Ich sah damals ein ziemlich tristes 0:0 gegen Toulouse und hatte anschließend den angesichts der lediglich von einer Handvoll Zuschauer gesäumten Ränge geborenen Spruch „Istres c'est triste“ im Kopf.

Im April 2013 kehrte ich zurück ins Stade Parsemain, um meinen Guingampais im Aufstiegsrennen gegen die Istrien die Daumen zu drücken. Wirklich viel los war immer noch nicht – keine 2.000 Zahlende verloren sich auf den Rängen - aber die Aufnahme durch die örtlichen Sicherheitskräfte war für französische Verhältnisse erstaunlich entspannt und lediglich die unzähligen Mücken (die Camargue liegt gleich nebenan) im Gästeblock nervten. Und natürlich die blöde 0:2-Niederlage gegen eine allerdings auch stark aufspielende Heimelf...
 
Foto: Wer sich in der Provence für höherklassigen Fußball interessiert, votiert in der Regel für Olympique Marseille.

OM überschattet mit seiner Aura alles in der Region. In jedem etwas größeren Provence-Örtchen gibt es einen OM-Fanshop, und die Regionalzeitung „La Provence“ ist Tag für Tag voll mit Geschichten über die Himmelblauen. Abgesehen vom Rugbyclub RC Toulon gelang es in der Vergangenheit nur wenigen Klubs, zumindest ein klitzkleines Gegenlicht zur alles überstrahlenden OM-Sonne zu setzen. Der FC Martigues spielte ein paar Jahre in der 1. Liga, und auch Arles-Avignon schaffte es bereits ins Oberhaus.

Auch der FC Istres Provence, dessen Klubwappen nicht nur auf dieser Tasse recht futuristisch daherkommt und wenig mit einem "gewöhnlichen" Vereinswappen gemein hat, kickte für ein Spieljahr in der Division 1. Doch an die Saison 2004/05 erinnert man sich in der Kleinstadt etwa 30 Kilometer westlich von Marseille nicht allzu gerne. Weil der heimische Sportplatz nicht erstligatauglich war, musste man zwei Drittel der Saison nämlich entweder in Nîmes oder gar im Stade Vélodrome von OM spielen, und als der in Istres Nachbargemeinde Fos erbaute Neubau Stade Parsemain dann endlich fertig war, stand der Abstieg der Lila-Weißen bereits mehr oder weniger fest.

Ich sah damals ein ziemlich tristes 0:0 gegen Toulouse und hatte anschließend den angesichts der lediglich von einer Handvoll Zuschauer gesäumten Ränge geborenen Spruch „Istres c'est triste“ im Kopf.

Im April 2013 kehrte ich zurück ins Stade Parsemain, um meinen Guingampais im Aufstiegsrennen gegen die Istrien die Daumen zu drücken. Wirklich viel los war immer noch nicht – keine 2.000 Zahlende verloren sich auf den Rängen -  aber die Aufnahme durch die örtlichen Sicherheitskräfte war für französische Verhältnisse erstaunlich entspannt und lediglich die unzähligen Mücken (die Camargue liegt gleich nebenan) im Gästeblock nervten. Und natürlich die blöde 0:2-Niederlage gegen eine allerdings auch stark aufspielende Heimelf...

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