Mittwoch, 29. Januar 2014

Alle Tassen im Schrank: FC Bayern Hof


Wenn Ihr nicht gerade Fans der SpVgg Bayreuth seid, will ich heute Eure „gefällt mir“ sehen und bin gespannt, ob ihr den FC Bayern Hof in die Top-Ten der „Tassen-Like-Liga powered by Hardy Grüne“ bugsieren könnt!

Bayern Hof. Geballte Fußballtradition. Einer dieser früheren Leuchttürme im deutschen Spitzenfußball. Und ein Relikt aus Zeiten, in denen die Fußballwelt noch vermeintlich „heile“ war. Als großer Fußball noch in kleinen Orten möglich war, als in Hof noch der Fußballbär steppte und man in der 45.000-Einwohnerstadt an der früheren innerdeutschen Grenze von der Bundesliga träumte. Dreimal standen die Schwarz-Gelben vom Stadion Grüne Au in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga. 1968 sogar mit meinen Göttingern. Geklappt hat es bekanntlich nicht, doch die Stadt Hof wurde bundesweit bekannt durch ihren Fußballverein.

1910 als FC Britannia gegründet, wurde man 1914 nach Kriegsbeginn zum FC Bayern Hof, der in der Zwischenkriegszeit zu den spielstärksten Teams im Süden aufstieg. Selbst der ruhmreich „Club“ aus Nürnberg zitterte damals vor den Schwarz-Gelben und kassierte 1929/30 gleich zwei Punktspielniederlagen gegen die Hofer. Die größte Epoche der Klubgeschichte aber begann 1959, als der FC Bayern Hof in die Oberliga Süd aufstieg und dort 1961/62 Sechster wurde. Unvergessen der 5:0-Auswärtssieg in jener Saison beim Namensvetter aus München – ja, ja, gemeint ist der FC Bayern München! Mit jenem wurde man 1963 in die Regionalliga Süd eingruppiert, doch während Beckenbauer und Co. 1965 den Klassensprung schafften, verfehlte der FC Bayern Hof um seinen Torjäger „Boby“ Breuer und angeführt von Trainerlegende Heinz Elzner in seinen drei Anläufen 1967, 1968 und 1972 jeweils den Klassensprung.

Hof war damals Garant für gewaltige Zuschauerkulissen und beste Fußballatmosphäre. Am 22. Mai 1968 wohnten 19.100 Augenpaare dem Aufstiegsspiel gegen Rot-Weiss Essen bei – das war fast die Hälfte der gesamten Einwohnerschaft der Stadt! Aber auch bei gewöhnlichen Spielen war die am Ostrand der Stadt in Fabrikvorstadt gelegene Spielstätte stets gut besucht – nicht umsonst hatte die Münchner „Abendzeitung“ schon 1960 von der „fußballfreudigsten Stadt dieses Jahres in der gesamten Bundesrepublik“ geschrieben. 1974 in die 2. Bundesliga Süd aufgenommen, stritten die Schwarz-Gelben 1974/75 monatelang um die Vizemeisterschaft mit, mussten sich am Ende jedoch mit Platz vier zufrieden geben und verloren im weiteren Verlauf der 1970er Jahre den Anschluss. 1978 ging es in Bayernliga, und als es zwei Jahre später gar der Abstieg in die Landesliga folgte, wurde der FC Bayern Hof allmählich zum Mythos.

Zu einem Mythos freilich, der immer mal wieder Lebenszeichen von sich gab. Doch die Träume der treuen Fans auf eine Renaissance ihrer Mannschaft erfüllten sich nicht. Und dennoch blieb das kultige Stadion Grüne Au mit seiner herrlichen Holztribüne und der wuchtigen Gegengerade, die nie fertig gebaut wurde, lange Zeit Publikumsmagnet.

Ab 1994 wieder in der Bayernliga etabliert, geriet der Klub nach seinem erneuten Abstieg in die Landesliga 2004 in eine schwere Krise. 2005 fusionierte der FC Bayern schließlich mit seinem ärgsten Lokalrivalen SpVgg Hof – „Spotzer“ genannt – zur SpVgg Bayern Hof, deren Wappen an den ruhmreichen Vorgänger erinnert. Dass die Vereinsfarben von FC Bayern und SpVgg jeweils Schwarz-Gelb waren, machte die Sache leichter, und auch die Rückkehr in die Bayernliga bereits 2006 tröstete die FC-Bayern-Anhänger über die Fusion hinweg.

Den Bayernligastatus in der Folgezeit mehrfach erst in letzter Sekunde oder gar der Relegation verteidigend ist die SpVgg Bayern Hof nun seit 2012 in der Regionalliga Bayern am Ball und fungiert dort unverändert als Publikumsmagnet. Zugleich ist es einer dieser Klubs, bei dem Fußballtraditionalisten stets leuchtende Augen bekommen.

Und nun will ich Eure „likes“ sehen! (für nur-Blog-Besucher: das bezieht sich auf meine Facebook-Seite www.facebook.com/hardygruene), wo Ihr täglich Eure "Likes" für die Tassen geben könnt. Jeweils Sonntags um 18 Uhr gibt es den aktuellen "Tabellenstand".)

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