Mittwoch, 22. Dezember 2010

Afrikameisterschaft 2012: Gabun macht gute Fortschritte

Gabun, gemeinsam mit Äquatorial-Guinea im Januar und Februar 2012 Gastgeber der Afrikameisterschaft, wurde vom afrikanischen Fußballverband CAF für den Stand seiner Vorbereitungen gelobt.


Bei einer dreitägigen Inspektionsreise traf die von Almany Kabélé angeführte Funktionärsgruppe gute infrastrukturelle Fortschritte im sportlichen Sektor als auch bei den Hotelkapazitäten an. Sowohl in der Hauptstadt Libreviille als auch in Francheville entstehen nagelneue Stadien mit Kapazitäten von 45.000 bzw. 40.000 Plätzen. Bezüglich der Übernachtungskapazitäten wird davon ausgegangen, dass bis zu 800.000 Fans nach Gabun reisen werden. "Wir werden eine tolle Afrikameisterschaft in Gabun erleben", wird ein Sprecher zitiert.

Gabun lebt - wie auch Mitausrichter Äquatorial-Guinea - von seinem Ölreichtum, das ihm Reichtum beschert hat. Der kommt allerdings nur bei einer kleinen Gruppe an, da das über 40 Jahre lang vom autoritären Präsidenten Omar Bongo geführte Gabun zugleich von Korruption beherrscht wird. Seit Bongos Tod im Juni 2009 führt dessen Sohn Ali das Land. Seine Wahl gilt allerdings als umstritten, und demokratische Verhältnisse sucht man ebenso wie in Äquatorial-Guinea vergeblich. Klimatisch ist das Land, in dem einst der Schweizer Missionsarzt Dr. Albert Schweizer sein berühmtes Tropenkrankenhaus in Lambaréné betrieb, von hoher Luftfeuchtigkeit und Tropenklima geprägt.
Der Zustand des gabunischen Fußballs ist vorsichtig umschrieben "entwicklungsfähig". Trotz namhafter Trainer wie des Brasilianers Jairzinho und des Franzosen Alain Giresse konnten "Les Panthères" bislang nur sporadisch auf sich aufmerksam machen. 2010 scheiterten sie bereits in der ersten Runde der Afrikameisterschaft in Angola. Dem sportlichen Abschneiden der eigenen Elf gilt daher auch die größte Sorge der Gabuner vor der Afrikameisterschaft 2012. Weitere Informationen über den Fußball in Gabun können dem zweiten Band der Weltfußball-Enzyklopädie (Amerika, Afrika und Ozeanien) entnommen werden http://www.werkstatt-verlag.de/?q=node/83.

An dieser Stelle gleich noch ein Hinweis in eigener Sache, da er thematisch prima passt. Ich werde von Januar bis Mai selber in Afrika sein. Dabei begebe ich mich allerdings nur bedingt auf die Spuren des Fußballs. Statt dessen bin ich als Teilnehmer der Tour d'Afrique unterwegs, des längsten Radrennens der Welt. Über 12.000 Kilometer werden wir in vier Monaten von Kairo nach Kapstadt radeln. Während dieser Zeit muss der "Fußballglobus" leider ruhen. Dafür werde ich vor Ort über meine Erlebnisse in Afrika bloggen. Dazu gibt es bereits einen Blog, auf dem ich regelmäßig über den Stand meiner Vorbereitung berichte. Wer neugierig ist, kann mal auf http://hardygruene.wordpress.com/ vorbeischauen.

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