Donnerstag, 17. Oktober 2013

Alle Tassen im Schrank? Westfalia Herne

Die Traditionalisten unter uns müssen jetzt ganz tapfer sein, denn hier kommt mal wieder ein Verein, dessen große Zeit vermutlich für immer vorbei ist: Westfalia Herne. "Kult im Revier seit 1904" haben sich die Blau-Weißen auf ihre Tasse gedichtet, doch der darauf abgebildete Anhang ist in der Realität leider nicht mehr allzu zahlreich.

Westfalia Herne ist einer dieser Vereine, die für große regionale Fußballtradition stehen und dessen Spielstätte bis heute davon erzählt, was es einst für einen Rummel um den Heimverein gab. Heute ist das Stadion am Schloß Strünkede ist echtes Fußballmuseum, dessen Besuch ich jedem Interessierten nur empfehlen kann.

Die Westfalia steckte immer ein bisschen zwischen den großen Nachbarn aus Dortmund und Schalke, stand später auch in Konkurrenz mit dem VfL Bochum und pflegte über Jahrzehnte zudem eine leidenschaftliche Rivalität mit dem SV Sodingen. Mitte der 1970er Jahre sah es noch einmal nach einem Comeback des Vereins aus, doch Geldgeber Goldin war nicht ganz koscher und sorgte schlussendlich für den bitteren Absturz in die Oberliga Westfalen. Ein Rückschlag, von dem der Klub sich nie wieder richtig erholte.

Ich sah die Westfalia erstmals 1975/76 nach ihrem Aufstieg in die 2 Bundesliga Nord, als sie an einem Mittwochabend im Göttinger Jahnstadion gastierte und zu meiner damaligen Freude mit 3:1 verlor. Zum Rückspiel nach Herne schaffte ich es leider nicht, und so dauerte es noch Jahre, ehe ich den Mythos Schloß Strünkede erstmals bei einem Oberligaspiel für mich erschloss. Zuletzt sah ich die Herner 2004 beim Auswärtsspiel am Lüner Schwansbell, als die halbe Gegengerade von Westfalia-Fans gesäumt war, das Team aber nach einer recht bescheidenden Leistung als Verlierer vom Platz ging und seine Aufstiegsambitionen (in die Oberliga) begraben konnte.

Nach einer katastrophalen Saison 2012/13 ist man nun wieder in der (inzwischen fünftklassigen) Oberliga Westfalen am Ball, macht hin und wieder mit pfiffigen Marketingideen auf sich aufmerksam, zeigt ansonsten aber alle Symptome eines darbenden Traditionsvereins, der den Anschluss an den "großen" Fußball verpasst hat. Nicht nur deshalb ein herzhaftes "Glück Auf" nach Herne!
 
Foto: Die Traditionalisten unter uns müssen jetzt ganz tapfer sein, denn hier kommt mal wieder ein Verein, dessen große Zeit vermutlich für immer vorbei ist: Westfalia Herne. "Kult im Revier seit 1904" haben sich die Blau-Weißen auf ihre Tasse gedichtet, doch der darauf abgebildete Anhang ist in der Realität leider nicht mehr allzu zahlreich.

Westfalia Herne ist einer dieser Vereine, die für große regionale Fußballtradition stehen und dessen Spielstätte bis heute davon erzählt, was es einst für einen Rummel um den Heimverein gab. Heute ist das Stadion am Schloß Strünkede ist echtes Fußballmuseum, dessen Besuch ich jedem Interessierten nur empfehlen kann.

Die Westfalia steckte immer ein bisschen zwischen den großen Nachbarn aus Dortmund und Schalke, stand später auch in Konkurrenz mit dem VfL Bochum und pflegte über Jahrzehnte zudem eine leidenschaftliche Rivalität mit dem SV Sodingen. Mitte der 1970er Jahre sah es noch einmal nach einem Comeback des Vereins aus, doch Geldgeber Goldin war nicht ganz koscher und sorgte schlussendlich für den bitteren Absturz in die Oberliga Westfalen. Ein Rückschlag, von dem der Klub sich nie wieder richtig erholte.

Ich sah die Westfalia erstmals 1975/76 nach ihrem Aufstieg in die 2 Bundesliga Nord, als sie an einem Mittwochabend im Göttinger Jahnstadion gastierte und zu meiner damaligen Freude mit 3:1 verlor. Zum Rückspiel nach Herne schaffte ich es leider nicht, und so dauerte es noch Jahre, ehe ich den Mythos Schloß Strünkede erstmals bei einem Oberligaspiel für mich erschloss. Zuletzt sah ich die Herner 2004 beim Auswärtsspiel am Lüner Schwansbell, als die halbe Gegengerade von Westfalia-Fans gesäumt war, das Team aber nach einer recht bescheidenden Leistung als Verlierer vom Platz ging und seine Aufstiegsambitionen (in die Oberliga) begraben konnte.

Nach einer katastrophalen Saison 2012/13 ist man nun wieder in der (inzwischen fünftklassigen) Oberliga Westfalen am Ball, macht hin und wieder mit pfiffigen Marketingideen auf sich aufmerksam, zeigt ansonsten aber alle Symptome eines darbenden Traditionsvereins, der den Anschluss an den "großen" Fußball verpasst hat. Nicht nur deshalb ein herzhaftes "Glück Auf" nach Herne!

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